Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 274)
- Language
- German
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268 aber verletzt, sondern nur verschiedene Sachen fortgetragen hatte, dann des Michael Schuster Eidam, welcher der Jüdin Duschene 3 Weiberröcke und einen Weiberpelz abgenommen hatte. Der Branntweinbrenner Mölzer, der in der Judengasse neben des Moyses Gans Hause wohnte, holte sich ein metallenes Branntweingefäß, das er beim Juden Markus Mandl versetzt hatte und schaffte aus seines Nachbars Wohnung viele Einrichtungsstücke und Vorräte und aus der Judenschule sogar die Fenster fort. Die Türen nahm hier der Uhrmacher Langer. Der Bürger Georg Hermann schleppte 5 Stück Betten und Kleidungsstücke davon und erkaufte von den Soldaten eine derartige Menge von Sachen, daß, wie der Jude Jakob, Sohn des ermordeten Simon Bunzel, angab, „bei selbten ein rechter Tandelmarkt gewesen". Ein Feldscher, insgemein der „Wiener44 genannt, hatte neben anderen Dingen aus den Judenhäusern 13 kupferne Ofentöpfe davongetragen. Der alten Witwe Sara hatten die Soldaten auf ihre inständige Bitte 3 Stück Betten belassen. Sie wurden ihr aber dann von dem Michael Johann Schumacher dennoch mit Gewalt weggenommen. Dem jüdischen Fleischer Ezechiel Moyses schleppten Johann Georg Ostritz und der Kirschner Lucksch einen ganzen geschlachteten Ochsen davon. Adalbert Schmiedt und Johann Lindner hatten von den Soldaten Leuchter, silberne Becher und andere gottesdienstliche Geräte aus der Judenschule, ferner Kleider der Jüdin Esther, für welche diese 64 Gulden gezahlt hatte, um 4 Gulden erkauft und boten alles weiter feil. Lindner hatte auch in dem Hause des Moyses Gans alle Schlösser und eisernen Türbänder geraubt. Der junge Michael Perger hatte in der Judengasse viele Fenster eingeschlagen, hebräische Bücher zerrissen und auf die Gasse geworfen und sich an der Plünderung beteiligt. Mit besonderem Eifer hatte der Bürger Hans Adam Mölzer an der Plünderung mitgewirkt, dem Juden Abraham Goldschmidt eine Zinnwanne voll Gold- und Silbersachen, Korallen und Dukaten geraubt, dem Moyses Fischer Betten und sogar Brennholz weggetragen. In ähnlicher Weise haben sich der Schlosser Straßburger, der Tuchmacher Friedrich Kühnel, der „Tiroler Schlosser44, der Schuhmacher Neusser, des Michael Johne Weib und Kinder und eine Anzahl anderer betätigt. Gestohlenes Gut, und zwar Betten, Kleider, Zinn, Silber kauften Simon Wenzel, der Apotheker Kraft, der Tuchscherer Roppert, Johann Kürschner, der Fleischhacker