Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 267)
- Language
- German
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261 Hammer bedroht und geschrien: „Ihr Bestien, ihr müßt heut alle noch krepieren und des Todes sein." Hierauf habe er sie die Stiege hinabgestürzt und sich an der Plünderung beteiligt. Bei dem dabei entstandenen Tumult sei ihr Mann von den Panduren erschossen worden, sie selbst habe einen Stich ins Bein erhalten, habe aber noch soviel Kraft gehabt, um sich im Hause verbergen zu können. Von ihrem Verstecke aus mußte sie mit ansehen, wie der Schlosser ihrem toten Manne die Kleider auszog und damit davonging, nachdem er die silbernen Knöpfe, welche der Jude abgeschnitten und eingesteckt hatte, herausgenommen und in die eigene Hosentasche geschoben hatte. Der bürgerliche Zinngieser Anton Bartl habe in ihrem Hause die Tür einer Kammer erbrochen und darin geraubt. ]hr sei es endlich gelungen, aus dem Hause zu flüchten.27) Nicht anders hausten die Räuber in den anderen jüdischen Häusern, namentlich in denen der wohlhabenderen Juden, zu denen auch Moyses Hammerschlag, Markus Kohn und Jakob Kohn gehörten. Moyses Hammerschlag, der vor kurzem erst zum Nachfolger Chaim Dubs im Amte des Richters und Vorstehers gewählt, offenbar aber noch nicht vom Grundherrn bestätigt worden war, wurde während der Plünderung seines Hauses durch einen Schuß niedergestreckt. Das gleiche Los erlitten des Moses Tochter, die dreizehnjährige Dorel, Löbl Israel, Joel Valentin, Löbl Liechtenstadt und Wolf Jakob, die in Hammerschlags Hause von den Mördern überrascht wurden. Zebi Assarja, der Schwager des Moyse^ erhielt vier Schüsse, denen er später erlag. Markus Kohn, ein einundsiebzigjähriger Greis, und Jakob Kohn wurden, als sie flüchten wollten, vor ihren Häusern in grausamster Weise, der erstere durch einen Säbelhieb in den Bauch, der die Gedärme hervorquellen ließ, der andere durch Schuß von hinten in den Unterleib getötet. Nicht weit von ihnen fielen auf der Flucht Markus Süßmann durch einen Schuß in den Bauch und der junge Aren oder Arje Kohn, der Sohn des Markus, durch einen Schuß in die Brust. Da letzterer offenbar besser gekleidet war, zerrten die Mörder dem Sterbenden die Kleider vom Leibe. Flüchten wollte auch der hochbetagte Schulmeister der Gemeinde, Salomon Postelberg. Nicht einmal ihn schonten die Unmenschen. Ein Axthieb auf den Kopf streckte ihn auf der Straße zu Boden. Er starb 5 Tage später infolge de3 erlittenen Schädelbruchs. Israel Altschul, der im Hause