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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 262

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 262)
Language
German
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IRI
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256 verantworten, darunter sogar der Stadtrichter und die alte Frau Primator.25) Major Simbschen hatte schwere Mühe, seine in der Stadt und Umgebung von Auscha verstreuten und zum Teil betrunkenen Leute wieder zu sammeln. Erst am Vormittag des 7. Dezember konnte er die Verfolgung der nur langsam vorwärtskommenden Preußen wieder aufnehmen. Er erreichte ihre aus einer Eskadron Dragonern bestehende Nachhut am Abend desselben Tages bei Drum, griff sie an, machte einige Gefangene und erbeutete 20 Gepäckwagen. Er selbst erlitt in dem Gefechte eine leichte Verwundung, die ihn aber dennoch nötigte, das Kommando an seinen Hauptmann Niedermayer abzugeben. Dieser rückte mit den Panduren und Husaren den auf Leipa zurückgehenden Preußen langsam nach, ohne aber einen erneuten Angriff zu wagen. Denn mit der Erreichimg Leipas sollte dem mittlerweile eingetroffenen Befehle des österreichischen Oberkommandos gemäß die Aufgabe der Verfolgungsdetachements Simbschen, die in der Beunruhigung und Schwächung des abziehenden Feindes bestand, ohnehin beendet sein. Von hier aus sollte dasselbe iiach entsprechender Rast auf dem gleichen Wege nach Leitmeritz zurückmarschieren, um anderweitige Verwendung zu finden. Von Leipa ab hatte das von Turnau zum Teil über Reichenberg und Kratzau, zum Teil über Böhm.-Aicha und Niemes anrückende kombinierte österreichisch - sächsische Verfolgungskorps unter dem General Chevalier de Saxe in Aktion zu treten, dessen TThlanen denn auch wirklich schon bei Reichstadt mit den Preußen in Fühlung kamen.26) Hatten schon die vom Zuge Simbschens unmittelbar berührten oder nicht allzusehr weitab liegenden Judensiedlungen den wieder sie gekehrten und durch die unsinnigsten Gerüchte und Verdächtigungen aufgepeitschten Haß und die barbarische Raubgier der Panduren und Husaren in empfindlichstem Maße zu spüren bekommen, so wurde der an diese Abteilung ergangene Befehl, die Verfolgung der Preußen bei Leipa abzubrechen, für die in dieser Stadt befindliche zahlreichste und wohlhabendste Judengemeinde Nordböhmens zu einem geradezu entsetzlichen Verhängnis. Gewiß hätte es sich die wilde Soldateska beim Durchmarsch so wie in Auscha keineswegs versagt, die Leipaer Juden der Zeit und Gelegenheit entsprechend auszuplündern. Allein es ist wohl anzunehmen, daß der Überfall keinen so furchtbaren Verlauf ge-

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