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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 254

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 254)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644303--0711-2645053
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248 Flusse führende enge Gäßchen, welches der Tiefe Graben hieß. Auf der Grabenseite, unmittelbar an die äußere Grabenmauer angebaut standen 5, ihnen gegenüber 3 Häuser. Die übrigen 3 Judenhäuser standen nicht weit davon in dem eine Verlängerung des Tiefen Grabens nach der anderen Seite hin bildenden Frauen- (früher Leichen-)gäßchens, das von der vom Kreuztore geradeaus zur Kreuzkirche führenden Gasse gleichen Namens durchquert wurde. Eines dieser Häuser stand ebenfalls an der Außenmauer des Stadtgrabens, die beiden anderen auf der gegenüberliegenden Gassenseite, eines davon in einem Garten.10) Synagogenzwecken diente, wie schon erwähnt, um das Ende des 16. Jahrhunderts das Haus des Juden Abraham, Sohnes des Joachim. Später hielten die Leipaer Juden nach einer im Jahre 1699 von den Bürgern Balthasar Elbel und Melchior Lindtner als alten Gedenkmännern abgegebenen Zeugenschaft bald in diesem, bald in jenem jüdischen Hause, dann eine Zeitlang auch auf dem neben dem Hause des Juden Mändel in der Judengasse gelegenen und dem Christoph Proche gehörigen Schüttboden ihren Gottesdienst ab. Im Jahre 1657 oder 1658 erwarben sie nach Angabe des Gedenkmannes Tobias Gürtler in der Judengasse neben des Goldbergers Garten einen wüstliegenden Platz, auf welchem sie ein kleines hölzernes Haus bauten, das in der Folge noch ein Stockwerk erhielt Dieses Stockwerk wurde dann weiterhin und noch im Jahre 1744 als Judenschule benützt. Im Erdgeschoß wohnte der Rabbiner und der Gemeindebote. Im Keller des Hauses befand sich das jüdische Bad. Im Jahre 1699 hatten zwar die Leipaer Juden vom Bischof in Leitmeritz und der Herrschaft die Bewilligung zum Bau einer eigenen Synagoge erhalten, doch unterblieb der Bau damals imd kam erst 1744 wieder in ernstliche Erwägung.11a) Einen Friedhof samt einem dazugehörigen Häuschen vor der Stadt in der Nähe des sogenannten Ziegelteiches besaß die Leipaer Judenschaft schon seit dem Ende des 16. Jahrhunderts. Den Platz hatte ihr angeblich Johann von Wartenberg auf herrschaftlichem Grunde geschenkt, was jedoch die Stadt in einem langwierigen Prozesse mit dem Herrschaftsbesitzer, jedoch ohne Erfolg bestritt, indem sie behauptete, daß das ganze Gelände am Ziegelteiche städtischer Besitz gewesen sei.11b)

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