Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 253)
- Language
- German
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247 von Andreas Knoll um 300 Schock meiß. der Braunschweiger Jude Joachim Gans. Erst mehr als zwei Jahrzehnte später ging wieder ein Bürgerhaus in jüdischen Besitz über. Am 6. November 1619 erkaufte der Jude Joseph von Michel Simon um 150 Schock meiß. Haus und Hof vor dem Kreuztore zwischen den Häusern des Christoph Jermin und des Christoph Proche. In der Zeit von 1621—1631 gelangten weitere acht Bürgerhäuser in die Hände der Juden. Ermöglicht wurden diese Käufe zweifellos durch die Auswirkimg der kaiserlichen Rekatholisierungspatente, welche wie anderwärts so auch in Leipa protestantische Bürger, die ihren bisherigen Glauben nicht aufgeben wollten, zwangen, ihren Besitz zu liquidieren und in die Fremde zu ziehen. So erwarben am 3. Juni 1621 der Jude Michel von Markus Strade ein Haus am Stadtgraben vor dem Kreuztore um 100 Schock meiß., am 18. Oktober desselben Jahres der Jude Moyses ein solches gleichfalls vor dem Kreuztore nächst dem Garten der Anna Proche von Matz Knebel um 90 Schock meiß., am 23. Feber 1622 der schon genannte Braunschweiger Jude Joachim Gans das vor dem Kreuztore neben der Judenschule stehende Haus des David Fritsche um ein Angeld von 60 Schock meiß. und mit der Verpflichtung, die von dem bisherigen Besitzer noch schuldigen Baten seines eigenen Kaufes und andere Schulden zu bezahlen. Am 1. März 1622 kaufte der Jude Jakob das Haus des Bartel Gelisch vor dem Kreuztore zwischen den Wohngebäuden der Bürger Matz Melzer und Strobach gelegen, am 14. Juli 1622 ging der im sogenannten Leiehengässel oder an der sogenannten Anewand gelegene Garten des Matz Kundt um einen Kaufpreis von 500 Schock meiß. an den Juden Salomon Israel über, am 3. März des folgenden Jahres das vor dem Kreuztore gelegene Haus des Melchior Järschel an den Juden Gottschalk Hase um 100 Reichstaler; am 5. Juni 3628 kaufte der schon genannte Salomon Israel vom Stadtrate selbst ein zwischen den Häusern der Juden David und Jochis Schabel gelegenes zweites Haus um den Preis von 160 Schock meiß. baren Geldes. Und am 23. Juli 1631 endlich veräußerte Georg Bräuer sein ebenfalls vor dem Kreuztore zwischen den Behausungen der Juden Michel und David Gans gelegenes Haus an den Juden Löbel.9) Von den hier genannten 11 in jüdischen Besitz übergegangenen Häusern bildeten 8 mit einigen wenigen Christenhäusern das dem Stadtgraben entlang vom Kreuztore zum