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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 252

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 252)
Language
German
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IRI
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246 Juden um ein erkleckliches höher zu berechnen ist. Eigene Häuser besaßen aber zur Zeit der Aufstellung des Urbars auch die jüdischen Hauswirte nicht. Einige wohnten in einem herrschaftlichen Hause vor dem Schloßtore. Die übrigen hielten lediglich da und dort in der Stadt christlichen Bürgern gehörige Häuser in Bestand, in denen auch ihre übrigen Glaubensgenossen als Inleute oder Untermieter wohnten. Die ehedem von Juden bewohnten Christenhäuser waren, wie in mehreren Eingaben des Leipaer Stadtrates aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts behauptet wird, damals noch an zahlreichen in Pfosten und Balken eingeschnittenen hebräischen Inschriften und Zeichen erkennbar.7) Die Erwerbung und der Bau eigener Häuser wurde den Leipaer Juden erst einige Jahre später ermöglicht. Als erster jüdischer Hausbesitzer in Leipa ist Simon, Sohn des im Urbar von 1579 genannten Jokuf oder Jakob, anzusehen, der am 12. Februar 1586 von Valtin Schubert ein vor dem Kreuztore zwischen den Behausungen des Hans Geisler und Peter Rudolph nahe dem Polzenflüßchen gelegenes Wohnhaus um 60 Schock meiß. kaufte und nicht lange darauf an den Abraham, des Joachim Sohn, weiterverkaufte. In diesem Hause richteten sich die Juden allsbald eine Synagoge ein, welche der Hauseigentümer betreute. Im Jahre 1598 sollte dieser gleich allen übrigen Hausbesitzern die vom Landtag ausgeschriebene, allgemeine Haussteuer bezahlen. Er wandte sich jedoch an die königl. böhmische Kammer mit der Bitte, ihm diese Steuer nachzusehen, da sein Haus als Synagoge oder Judenschule diene und Gebäude dieser Art von jeglicher Abgabe befreit seien. Auf eine diesfalls von der Kammer an die Prager Judengemeinde gerichtete Anfrage, gab diese den Bescheid, daß wenigstens von den Prager Judenschulen nie eine Abgabe verlangt noch entrichtet worden sei. Der damalige Grundherr Adam Berka von Duba erhielt daraufhin von der Kammer die Weisung, dem Ansuchen des Abraham zu entsprechen.8) Am 6. Juni 1589 erwarb der Jude Marx von Hans Hermann ein dem Garten des Wenzel Raschin benachbartes kleines Gartengrundstück beim Kreuztor um 22 Schock meiß. zu einem Hausbau, der bald darauf zur Ausführung kam. Ein weiteres, nach dem Kaufpreis zu schließen, ziemlich großes, vor dem Kreuztore am Stadtgraben neben dem Wohngebäude des Jakob Kwitke stehendes Haus kaufte am 4. Jänner 1596

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