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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 249

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 249)
Language
German
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243 dere Darstellung hat dieser Fall noch nicht gefunden.2) Sie soll hier geboten werden. Freilich nicht in dem erschöpfenden Maße, wie ich es ursprünglich erhofft, auf Grund eines ausgiebigen Aktenmateriales, sondern in bescheidenen Ausführungen, die sich neben den schon genannten jüdischen Quellen nur auf wenige amtliche Dokumente stützen können, welche zudem nicht in allen Belangen einen allen Zweifel ausschließenden Bescheid zu geben imstande sind. Das, was ich seit langem gesucht, Berichte des Leitmeritzer Kreisamtes und die Verhandlungsakten der böhmischen Statthalterei über den Leipaer Judenmord, habe ich nicht gefunden. Die aufgewendete Mühe war aber doch nicht umsonst Als Ersatz hiefür kam mir nämlich ein Majestätsgesuch der Deputierten und Beisitzer der böhmischen Landesjudenschaft an die Kaiserin Maria Theresia de praesentato 11. Jänner 1750 in die Hand, in welchem dieselben um einen Steuernachlaß baten und ihre Bitte mit dem Hinweise darauf begründeten, daß die böhmische Landesjudenschaft infolge vieler im vergangenen Jahrzehnt erlittener schwerer Drangsale in eine arge Notlage geraten sei, die es ihr unmöglich mache, ihren Steuerverpflichtungen in dem auferlegten Maße nachzukommen. Einige dieser Drangsale werden in dem Gesuche aufgezählt und mit beglaubigten amtlichen Dokumenten belegt, darunter der Überfall der Judengemeinde in Soborten bei Teplitz durch Husaren und die Judenmetzelei und Plünderung in Leipa durch Panduren und Husaren. Der Fall Soborten wird belegt mit einer in Teplitz am 13. Dezember 1744 aufgenommenen und von dem Sekretär Franz Wykysal, Amtsverwalter Paul Koch und Wirtschaftsbereiter Franz Karl Weber gefertigten „Species facti". Bezüglich Leipas weisen die Gesuchsteller darauf hin, „daß in der Stadt Leipa allein die Juden umb mehr als 30.000 Gulden an barem Geld und Waren spoliieret, 28 Personen aber, groß und klein, niedergemachet, dann 40 Personen tötlich blessieret worden44. Diese Angaben werden durch folgende drei amtliche Dokumente beurkundet: 1. eine vom Herrschaftshauptmann Johann G. Vatter in Neuschloß bei Leipa am 9. Januar 1745 aufgenommene und gefertigte „Species facti, wie sich die bei denen obrigkeitlichen Schutzjuden in der erb- und grunduntertänigen Stadt Böheimb. Leipa am 9. Decembris des gleich abgerückten 1744 Jahrs vorangegangene Plünderung von den Husaren und

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