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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 229

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 229)
Language
German
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IRI
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223 nimmer in dieser seiner Denunciationssach iehtwas mehr vornehmen oder moviren, Ursachen halher, er habe dessentwegen einem Aydtschwur ablegen müssen. Caeteroquin*) were ihme Stadtschreiber nichts eigentliches von der Sach bekandt, wer ihme Juden in Arrest nehmen lassen oder de qua causa und auf wessen Verlangen, weder auch wo? und von wem demselben das Jurament abgenöthiget worden seye. Was hingegen ferners sowohl dieser Arrestierung und abgelegten Aydts halber, als auch wegen der durch den Juden Joseph David nacher Amsterdam verschickt worden seyn sollender getauften Jüdin vier andere hierinfals adducirte jüdische Zeugen ausgesaget haben, ist aus deren hiebeykommenden Aussagen sub lit. C des mehrern Inhalts gnädig zu entnehmen. So ich alles hiemit einem hochlöbl. kön. Gouverno... relationire... gehorsam dinstschuldigster Frantz Fortunat Miniati Olmütz den 21. August 1733. Frh. v. Campoli. Einlage A. Demnach ich armer elender Jud alliier in Arrest mich befinde, wegen des Juden-Eichters Joseph David, und zwar Ursach willen, dass ich ein Denunciant bin einer Sach, so die Christenreligion angehet und Ihro kais. Mait. Nutzen darunter versiret, und ich nirgents keinen Schutz zu hoffen habe, weder bey der Obrigkeith noch bey denen Judengerichten, und er zu mir geschicket, dass ich soll schwören bey der Tora, die Sach nicht mehr zu treiben, — folglich gezwungen byn, dieses zu thun aus Mangel des Schutzes; jedoch will ich, wann es weither heinth oder morgen kommete, solches wieder prosequiren. (Kein Original, sondern nur Abschrift.) Einlage B.**) Diseß betzeigtt meine Eigne handt undt untterschrift, beweil ich armer judt in rest***) bin komen on ale orsach undt mich gesetzett alß Ein malyfitz Perschon undt ich auf keiner weiß keine schütz, Eß sey bey dem juden undt Eß sey bey der obrckeitt undt mein brif foun her ttechitt****) hott men mir hierouß genumen undt der gosipt) Dawidt will haben, als ich sol schweren, alß ich mein leb ttag zu dem fischgaltt) wil nicht mer gen, — also betzeig ich daß genige mit dem geschtrengen hern sindkußttt). Diseß geschehen unseren letzen ostren feurttag. 1731. hanßl lebel als in rest judt foun Gewitsch. (Original, eigenhändig.) *) Im übrigen. **) Ich gebe absichtlich dieses originelle Stück in seiner ursprünglichen Schreibweise, um zu zeigen, wie ein solcher einfacher Mensch sich ausgedrückt und unorthographisch geschrieben hat. Die Schrift ist sehr schwerfällig. ***) statt Arrest. **♦*) von Herrn Dechant. t) Joseph. ff) Fiskal. TTt) Syndikus.

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