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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 228

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 228)
Language
German
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222 Arrests eliberiren zu können, sich dieses zu thun zwar verwilliget, jedoch aber unverzüglich dem Stadtschreiber einen Zettl uberschrieben, des Inhalts, wie beykommender Innschluß sub A des m ehrern indigitiren thette; hiernach ferner anzeigend, wie dass auf solche von ihme gegen denen zweyen abgeschickten Juden beschehene Erklär- und Einwilligung der Juden-Eichter nebst noch einem Juden sogleich zu ihme ad arrestum gekommen, ihrae heraus und zu dem Rabiner geführet, allwo man ihme erstlich die bey sich gehabte Schrifften, insonderheit aber den an das Consistorium von dem Trübauer Dechant gefertigten Brief verbrennet, und so dann auf Veranlassung des Rabiners erstlich der denuncijrte Juden-Richter, daß er dem Hanßl Löbl alles guttes ins künftige anthun wolle, entlichen aber auch er Hänßl Löbl, daß er beym kais. Fisco in Sachen nichts mehr suchen werde, einen Aydt hette ablegen müssen. Über welche nun also von dem jüdischen Denuncianten mir recensirte speciem facti habe ich ferner weithers sowohl die oben benandte zu dem Hänßl Löbl ad arrestum abgeschickt worden sein sollende zwey Juden benantlich Jones Samson und Herschl Jacob, als auch den Gewitscher Stadt-Richter und zugleich auch den aldortigen Stadtschreiber ratione des von dem Hanßl Löbl an ihme geschriebenen Zettls respective constituiret und vernohmen. Allein es haben diese beede Juden hierinfals nichts zugestehen wollen, sondern alles pertinacissime*) negiret, ohnangesehen der Denunciant ihnen die obverstandene Formalien ins Gesicht widerhollet und solche aydtlich zu betheurn sich angetragen hette. Der Stadt-Richter hingegen contestirete nur so viel, wie dass er zwar in anno 1731 den Juden Hänßl Löbl (nachdeme ihm der Juden- Richter sagen lassen, daß es obrigkeitl. Befehl were) ad arrestum in die Stadt-Custodi hette einführen lassen. Und obzwar zu ihme der Jud Hanßl Löbl gemeldet hette, er werde nicht Schulden halber, sondern wegen einer anderen Sach arrestiret, dahingegen von ihme die aigentliche Ursach nicht entdeket worden were, so hette auch er Stadt-Richter dies des Juden Vorschützen nit attendiret, wan sonsten er diesfahls in das weithere zu inquiriren nicht ermanglet hette. Endtlichen aber gestehete der Gewitscher Stadtschreiber, daß mehrbemelter Jud Hänßl Löbl einige Zeith vor seiner Arrestierung bey ihme pahrmahl gewesen seye und sich verlauthen lassen, samb er dem damahligen kön. Herrn Fisco eine Sach wegen gewisser durch den Juden-Richter vertuscht worden seyn sollender getaufter Jüdin denuncijret habe, nach diesem aber in einiger Zeith darauf, als dieser Judt ad arrestum gebracht worden, hette er ihme Stadtschreiber bey kommenden Zettl, ut B, übersendet, den er Stadtschreiber aber nicht viel geachtet, mithin demselben hierauf weder eine Antworth ertheillet, bis entlich, da der Judt außn Arrest gekommen und er selben auf dem Platz in der Stadt ungefehr begegnet, seihten gefragt hette, wie es dann ihme giengeH Worauf dieser Judt in Antworth reponiret: er dörffte *) Aufs heftigste.

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