Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 224)
- Language
- German
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218 Beilage II. (Zu Seite 187). „Wohledlgebohrner Kitter. Gnädig und hochgebittender Herr Herr. Euer Gnaden kann aus untertänigster schuldigster Pflicht gegen Unsern allerseiths allergnädigsten Kaiser und Erblandesfürst zu Beobwachtung deren hohen Interesse nicht bergen: wasmaßen der zu Gewitsch wohnhafte Jud Joseph David bereits vor manchen Jahren eine gewisse zum catholischen Glauben übertaufte Jüdin (so in Judenthumb Rebecca geheißen und von Gewitsch nach Prag als eine Christin einen Christen geheirathet und auch mit demselben viel Mittel und ein catholischgetauftes Kind überkommen hat) nach Absterben erwähnt ihres catholischen Ehemanns zusambt ihrem jetztgedachten catholischen Kind, einem Knäblein, etzliche Wochen hindurch bei sich zu Gewitsch in seiner Behaußung ganz in Geheimbe verborgen gehalten, und gedachte Rebecca bei ihme Joseph David einen gantzen Sackh voll der Duplonen,*) so ohngefähr ä 5 oder 6 taussendt Gulden betragen haben möchte, in Deposito und Verwahrung gelassen habe, und sodann von ihme naeher Ambsterdam zusambt den Knaben verschickhet worden seie, woselbst sie, der gewissen durch unsere Judenschaft eingezohenen Nachricht nach, von neuen mitsamht dem Knaben zum Judenthumb getretten, und folgsamb kein Gedankhen mehr zu machen ist, dass dieselbe zurückh kheren und ihr Geldt von dem Joseph David erheben oder auch im Wegen Rechtens suchen werde. Über dessen Anbringens wahrhaften Verlauf und dass deme in allen so seie, ist der Israel Löwel Totsch von Gewitsch und der Marcus oder Mendl Philipp Knöpf Imacher auch von Gewitsch mit einem cörperlichen Aid zu betaiern jederzeit uhrbittig. (Folgt eine gründlich durchgestrichene Stelle, die irgendeine andere Anklage gegen Joseph David enthielt.) Item hat er mir nach meiner Hochzeit viel Zeit an einander von halben zu halben Jahr einige Wahre zur Handelschaft, jedesmahl umb 50 fl. vorgeliehen, jedoch Woch vor Woch continuirlich vom Gulden iy2 kr. begehret, und solches fünf Jahr an einander, bis er mich armen Juden mit solchen unzulässlichen Wucher am Bettelstab gebracht hat; worüber auch die oben geführte Zeugen aidliches Zeugnis ablegen können. Item, als noch unter der vorigen Gewitscher gnädigen Herrschaft die (titul) sammentlichen 5 Przepitzkische Herrn Herrn Erben an ihme eine Schuldforderung von 1700 fl. gehabt und ihme dessentwegen einmahl ein Wagen mit Waaren, so er von Bresslau gebracht, gehemmt worden, hat derselbe sich ein falsches Memorial auf gesetzet, solches mit falschen' Unterschriften von wenigstens etlichen Juden gefertiget, aus Absehen, damit eine gnädige Obrigkeit vermeinen solle, samb er sonsten viel anderen zu zahlen schuldig wäre; wo jedoch zu erweisen ist, dass erwähnt in seiner Memorial unterschriebene Juden nicht in loco zu *) Dublone oder Doblon eine ursprünglich spanische Goldmünze.