Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 220)
- Language
- German
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214 Gewitsch genießen, aber den vereinbarten Zins von 3, beziehungsweise 2 Gulden seit längerer Zeit nicht bezahlt hatten. Nur deshalb habe er ihm verboten in Gewitsch den Segen für seine verstorbene Mutter zu beten. An Donath habe sich Schmule gewandt, weil ihm bekannt war, daß dieser ihm wegen seiner Ämter (Judenrichteramt?) aufsässig war. So sei der Brief Donaths an David entstanden. Einige Tager später, am 2. Juli, wurde dann in Gewitsch auch mit Salomon Joseph, genannt Schmole, aus Jaromierzitz ein gleiches Examen durchgeführt. Er bezeichnete sich von Profession als Gerber, habe das Handwerk von seinem Vater erlernt. Er gibt zu, daß der mannigfaltige Zwiespalt mit David bei der Nähe ihrer beiden Wohnsitze, wie er ausdrücklich bemerkt, wohl auf Geschäftsneid zurückzuführen sei. Daß er, Salomon, von anderen Juden Häute zum Ausarbeiten angenommen habe, mag „vielleicht14 Davids Feindschaft hervorgerufen haben und infolge dessen auch das Verbot des Kadesch sagens. Denn daß er — für den Vater könne er sich nicht verbürgen — der Gewitscher Gemeinde Geld schulde, darüber könne er, selbst wenn ihm der Scharfrichter den Kopf abschlagen wolle, nichts anderes sagen, als daß er davon nichts wisse, David ihm davon auch nichts mitgeteilt habe. Als man ihm dann weiter vorhielt, er habe doch Donath in Boskowitz erzählt, David hätte während der Viehseuche gefallene Tiere ausscharren und abdecken lassen, und ihn aufforderte, sich nun darüber zu äußern, trat er den Rückzug an. Ein Lederhändler, der schon verstorbene Jude Adam, habe ihm einmal Ware angeboten, da er sie aber nicht brauchen konnte, habe er ihn an Joseph David in Gewitsch gewiesen; worauf Adam gesagt habe: Der hat genug Leder. Auf die Frage Schmoles, woher David soviel Leder hätte, habe Adam geantwortet: vielleicht von dem umgefallenen Vieh; allein irgend etwas bestimmtes sei Adam anzugeben nicht in der Lage gewesen und auch er, Schlome, wußte nichts mehr darüber. Wohl habe er zu Donath, „wie man die Commission hat gehabt14, darüber gesprochen, aber nur aus Ärger und Zorn, weil ihm Joseph David viel übles angetan; irgend etwas „gewisses", — so erklärt er nochmals wörtlich vor dem Gericht — daß er, Joseph David, mit den Häuten von dem umgefallenen Vieh dergleichen getan, könne er nicht sagen.