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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 203

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 203)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644303--0660-2645002
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197 bisherigen Kenntnisse hierüber, sondern sind auch vom allgemeinen Gesichtspunkte von Interesse. Vor allem bestreitet er, daß ihn nur die eingetretene und von Hansel Löbel als lebensgefährlich hingestellte Krankheit Joseph Davids veranlaßt habe, die Verzeichnung und Beschlagnahme des Vermögens dieses Mannes zu beantragen und zu verlangen. Er müsse vielmehr immer wieder darauf hinweisen, daß dessen Benehmen bei der Verhaftimg und Wiederfreilassung Löbels auffallend sei. Auch seien die Aussagen der beiden Juden, die Löbel beim Rabbiner gesehen und deren einer mit ihm dort gesprochen, nach seinem Urteil nicht anzuzweifeln. Wegen der Verschickung der Rebekka lägen gleichfalls Zeugenaussagen vor, die den David so sehr belasteten, daß es das landesfürstliche Interesse unzweifelhaft erheische, nicht nur sein Vermögen sicher zu stellen, sondern auch ihn sowie die zwei Unterhändler, die er in den Arrest zu Löbel geschickt hatte, mit Arrest zu belegen, weil sie den bestimmten Angaben der Zeugen hartnäckig widersprochen haben. Der Arrest sei notwendig einerseits wegen Fluchtverdacht, anderseits um ihnen jede Gelegenheit und Freiheit zu nehmen, sich untereinander zu besprechen und eventuell andere Juden zu falschem Zeugnis zu verleiten. Warum dann aber die gleiche Vorsicht nicht gegenüber Löbel und dessen Komplizen gefordert wurde, bleibt von Dr. Patzelt unerörtert. Er verweist darauf, daß David vermittelst seines Geldes mehr als jeder andere seine Pläne, „ungleiche Anschlag" nennt er es, auszuführen in der Lage sei. Das könne ihm gerade in einem solchen Falle, wo es sich um Glaubenssachen bandle, nicht schwer fallen, denn da halten bekanntlich alle Juden — „etwelche wenige der Wahrheit zugethane ausgenommen" fügt er offenbar im Hinblick auf Löbel hinzu! — zusammen und wagten das äußerste, legten auch falsche Eide „ohne Scheu und allen Scrupel" ab. Die vier Hauptzeugen, die David bisher zu seinen Gunsten geführt, Samson Gabriel, Samuel Rothmühl, Salomon recte Samuel Wolff und Wolf Urban, seien, was er des weiteren ausführt, mit David verwandt oder von ihm wirtschaftlich abhängig. Auch spiele wesentlich mit, daß sowohl Samuel Rothmühls Sohn, als Wolf Urbans Bruder Lazarus Urban getauft seien, sie somit allen Grund hätten, an solche Übertrittsfragen nicht rühren zu lassen. In diesem Zusammenhang macht er die ausdrückliche Bemerkung, es sei jedermann

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