Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 199)
- Language
- German
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193 werde („ohne Noth und etwann unschuldig von seiner Nahrang und Mitteln nicht entsetzet werden mechte")- Allein der „Denuntiant" Löbel, wie er sich stets stolz nennt und auch hebräisch und deutsch unterschreibt („unterthäniger Jud von Gebitsch und Denuntiant") ließ nicht nach und blieb nicht untätig. Am gleichen 29. Oktober lief auch von ihm bei der Landeshauptmannschaft eine lange Eingabe ein, in welcher er nicht nur seine früheren Beschuldigungen wegen Rebekka, die hier „Rustka", auch „Riffka11 genannt wird, aufrechthält, sondern mit neuen Denunziationen kommt. Vor allem macht er darauf aufmerksam, daß doch bei der stattgefundenen Hausdurchsuchung, beziehungsweise Besitzaufnahme goldene und silberne Gürtel, aber auch Geld in einem Bett versteckt gefunden wurden, so daß der amtierende Amtmann zu David gesagt habe, warum er dies getan. Hieraus könne man denn doch schließen, daß er sein Hab und Gut nicht getreulich beieinander gelassen, sondern seine besten Sachen schon im voraus anderswohin, entweder zu seinen verheirateten Kindern gebracht oder versteckt („veroceultiret") haben muß, was anzugeben er angehalten werden müsse. Dann sei es in Gewitech allgemein, bei Christen und Juden, bekannt, wie ärmlich David einstmals seinen Lebensunterhalt erworben habe, indem er nur mit einem „Gewürtz- Binkel" hausieren gegangen. Nachdem er sich aber die 6000 Gulden von Rebekka angeeignet hatte, habe sein Vermögen immer mehr und mehr zugenommen, wie man deutlich wahrnehmen konnte, so daß er seine drei Töchter und zwei Söhne gut verheiratet und sie mit Geld, Kleidern, Häusern und „Schulsesseln" ausgestattet habe.*) Löbel behauptete ferner, David hätte vor sechs Wochen ihn mit 600, die beiden Zeugen mit je 200 Gulden bestechen wollen, wenn die Denunziation nur irgendwie zurückgenommen würde, worauf aber er, Löbel, schon weil es sich um eine katholische Religionsangelegenheit handle, nie eingegangen wäre. Ganz feierlich schließt er: „Lebe demnach einer ganz zuversichtlichen Hoffnung, dass ein hochlöbl. kön. Amt der Landeshauptmannschaft gnädigst geruhen wird, zur Erhal- *) Aus den Akten ergibt sich folgender Familienstand: _Joseph David_ Bruder N. 1. Salomon Joseph 2. Libmann J. 3. Philipp J. 1. Tochter 2. Tochter Jakob Löbl Moises verheiratet mit: 1. Urban Isaak 1. Lazarus, getauf t, verschollen 2. Rüben 2. Abraham (Adam?) David 13