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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 191

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 191)
Language
German
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IRI
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185 Der Gewitscher Judenrichter Joseph David« Nach den Akten wiedererzählt von Professor Dr. B. Bretholz*). Am 15. Februar 1731 lief bei der Landeshauptmannschaft in Brünn, der höchsten Verwaltungsbehörde in Mähren, ein Schriftstück ein, das die Aufschrift trug „Ohnumbgängliches Beibringen und bewegliches Bitten von mir Hanßl Low, Juden von Gewitsch, umb gnädige Protectionsnehmung der mir wegen innbegriefener Denunciation von denen Juden ex odio betrohender Lebensbenehmung. — Causa publica et gravissima".**) Die Eingabe enthielt vorerst die Bitte um Schutz durch die Behörden, das königliche Kreisamt in Olmütz und die Gutsherrschaft in Gewitsch, da er Low — in den späteren Akten auch Löwl, Löwel, meist Löbel genannt — wegen einer gegen den Gewitscher Judenrichter Joseph David (Davit, Dawid, Dawid) vor einiger Zeit beim Brünner königlichen Fiskalamt***) eingebrachten „Denuntiation" seines Lebens nicht mehr sicher sei. Sodann wird die Denunziation noch einmal kurz vorgebracht und von Löbel das Ansuchen gestellt, die Landeshauptmannschaft solle dem Fiskalamt auftragen, das vom Judenrichter begangene Verbrechen der Verleitung zum Abfall vom christlichen Glauben (crimen apostasiae), auf welchem Todesstrafe und Vermögensbeschlagnahme liegt, und andere von ihm „leichtfertig" begangene Verbrechen der Fälschung (crimina falsi) „schieinigst" untersuchen zu lassen. *) Die Akten befinden sich im Landesarchiv in Brünn unter den „Acta finita" Nr. 53, C. 221; Nr. 56, C. 240. **) In freier Wiedergabe etwa: „Unumgänglich notwendige Anzeige und dringliche Bitte von mir, H. L. J. v. G., um gnädige Inschutznahme vor den Juden, die mich aus Haß wegen der innen enthaltenen Denunziation am Leben bedrohen. — Eine Staats- und sehr wichtige Angelegenheit." ***) Auch Kammerprokuratur genannt, heute Finanzprokuratur.

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