Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 190)
- Language
- German
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184 1J) Capit. Judaei 3, 4, 5, 8, 12, 13 X. tot. tit. et ibi DD. Cod. de Judaeis. 12) Lateinische Kopie. Sämtlich im Archiv zu Neuhaus. 13) Maria Gabriela geb. Czernin, verehL Laäansky, trat als Witwe in das Kloster auf dem Prager Schlosse und wurde Fürst* Äbtissin. Es handelt sich hier um die Juden zu Kozlan (Bez. Kralowitz) i. J. 1738 und um das Keskript Kaiser Karls VI. dd. Wien den 23. Jänner 1739. Dieser Vorfall, die Vertreibung der Juden von der Herrschaft, hatte die Wahl von „jüdischen Landesdeputierten" zur Folge, welche im Ausland Hilfe suchten und der Kaiserin Maria Theresia den Anlaß boten zur famosen Ausweisung „dieser Feinde des Keiches und der Dynastie44. 14) Er soll gerufen haben: Charaj, charaj; was heißt das? — Herr Dr. T. Jacobovits äußert die Vermutung, der Ruf hätte vielleicht „Chaweraj!" gelautet, was „Meine Freunde!44 bedeutet und sehr gut zur Lage paßt. lö) chartula dicta subhastatoria, d. i. ein Zettel, auf dem die öffentliche Feilbietung von amtswgen kundgemacht wird. 16) Das Verbot des Zusammenwohnens von Juden und Christen wurde mit Hofpatent vom 22. Februar 1811 aufgehoben (Gubernialintimat. Im Jahre 1811 lebte zu Schwihau der Jude Josef Polak, 90 Jahre alt; er gab auf dem Rathaus am 26. April wahrheitsgetreu zu Protokoll: Als ich 10—12 Jahre alt war, hatte der Jude Markus das Haus Nr. 70 (59), welches heute dem Martin Charamza gehört, zu eigen, und vor 75 Jahren mußten die Juden vom Ringplatz in die Judengasse übersiedeln. 17) Am 26. Juli 1787. 18) Jeder Ratsherr war 4 Wochen Bürgermeister, hier sind also 3 Bürgermeister: die vorgewesenen und der amtierende. 19) Von seinen Söhnen wanderte Jonas Bloch (geboren zu Schwihau am 23. Juni 1761) samt seiner Frau Re§na geb. ebenda am 12. Mai 1772) nach Amerika aus (Bassum), wo er Millionär wurde. 20) Nach der auf dem Rathaus am 26. April 1811 gemachten protokollarischen Aussage des Jakob Polak, eines 86jährigen Juden. 21) Es waren dies nach dem Dekret Maria Theresias vom 14. Juli 1746 die Städte: Melnik, Nimburg, Königgrätz, Pardubitz, Chrudim, Czaslau, Kuttenberg, Deutschbrod, Elbekosteletz, Budweis, Przibram, Wittingau, Krumau, Sobieslau, Taus, Eger, Elbogen, Saaz, Brüx, Kaaden, Komotau, Leitmeritz, Aussig a. E., Beraun; nach dem Dekret vom 5. August 1747 kamen noch dazu: Kaurzim, Tabor, Neuhaus, Pisek, Schüttenhofen, Wodnian, Pilsen, Mies, Klattau, Rokitzan und Laun. Das dauerte ex lege bis zum Jahre 1848, de facto wurde es aber stets übertreten. Überall waren sie* nur in Prachatitz und Potschatek bis in die allerneueste Zeit nicht. 22) Das war sein Zuname; mit Bändeln hausierten damals schon Christen von Taus („kalounkari").