Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 182)
- Language
- German
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176 schuldenfreies Eigen verbüchern. Um Streitigkeiten vorzubeugen, verpflichtet jetzt die Fürthin sich und ihre Nachfolger: 1. den Zins von der Gerberei in die herrschaftlichen Renten in der angedeuteten Summe zu entrichten; 2. beim Geschäft die landesfürstlichen Vorschriften und Satzungen genau zu beobachten; 3. niemand Verdächtigen bei sich zu beherbergen und in Dienst zu nehmen; 4. sich selbst gut zu betragen, ebenso ihre Hausleute, und mit den jüdischen und christlichen Nachbarn nach Möglichkeit gut auszukommen; 5. mit Feuer und Licht wachsam umzugehen; 6. ihr Haus nur mit obrigkeitlicher Bewilligung zu verkaufen; 7. auf eigene Kosten den im Hofe gegrabenen Brunnen allezeit sorgfältig zu betreuen und instandzuhalten. Damals gehörten nach der josefinischen Einteilung zur Schwihauer Judengemeinde außer den einheimischen noch die Juden aus folgenden Orten: Chudenitz, Pollin, Grillendorf, Drslawitz, Dolan, Przedslau, Miecholup, Tyrol, Obitz, Pofici, Nedanitz, Mlynee, Strzebitschen, Hraz, Habartitz, Brzeskowitz, Schepadl, Mezholez, Kbell, Puschberg, Nezditz, Tietietitz, Myslowitz, Witkowitz, Petrowitz, Boleschin, Kamejk, Lusice, Chotzomyschl, Zdaslaw, Wlci, Mallinetz, Weckowicz, Ausilau, 2inkow, Buppau, Kydlin, Luzan, Czernikau, Skotschitz, Zeleny und aus — Klattau, da diese königliche Stadt nach dem Dekret vom 5. August 1747 unter jene 35 Städte in Böhmen gehörte, die für die Juden gesperrt waren, d. h. sie durften sich nicht darin niederlassen, ja sich nicht einmal eine einzige Nacht aufhalten.21) Schwihau wurde zum Mittelpunkt der Juden in weitem Umkreis, denn hier war die Schule, eine hübsche Synagoge und die Matriken. Zur Schule kamen hier die Kinder aus den genannten Ortschaften, namentlich im Winter wohnten sie hier sogar bei Christen um einen mäßigen Entgelt. Eine Schule bestand in Schwihau bereits am 10. Juli 1664. Im Jahre 1737 suchte die jüdische Gemeinde bei der Gräfin Isabella M. Czernin um die Erlaubnis nach, anstelle der alten Judenschule und des Betraumes, der ihnen 70 Jahre lang im Dachraume eines Glaubensgenossen gedient hatte, von Holz und baufällig, sodaß er bei den Versammlungen leicht zusammenbrechen könnte, einen neuen von Stein aufbauen zu dürfen. Die Gemeinde bittet um unentgeltliche Beistellung von 8 Stämmen und y2 Schock Latten und um 2000 Schindeln gegen Ersatz des Macherlohnes ä 1 fl. 10 kr. Die Gemeinde