Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 176)
- Language
- German
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170 mündlich bestätige, wie groß die Niedertracht dieses Juden ist und wie er nicht bloß ihn, sondern noch andere Leute mehr mit seinen Vorteilhaftigkeiten gekränkt hat, damit der wohlgeborne Herr in gnädiger Erwägung dessen uns einrate, was weiter geschehen soll. Damit befehlen wir uns untertänigst und verbleiben mit allem schuldigen Respect des wohlgebornen und gestrengen Herrn gehorsame Bürgermeister und Rat der Stadt Schwihau. Schwihau, den 11. Mai 1782. Im Jahre 1773 brannte die ganze Judengasse samt Schule und Synagoge ab. Die Stadt schaffte darauf eine zweite Spritze und andere Feuerlöschrequisiten um den Betrag von 158 fl. 5 kr. an. Die Juden erklärten, nichts dazu beizutragen, sie hätten kein Geld. Die Gemeinde legte es dem Oberamtmann zur Entscheidung vor und dieser erkannte am 10. Juli 1779 für recht und billig, daß die Juden die Hälfte der Unkosten im Betrage von 79 fl. 2% kr. auf sich nähmen. Am selben Tage ließen die Herren den Lambert, den Sohn der verwitweten Fürthin, wegen des Verdachtes einsperren, daß er mit Christenfrauen verkehre. Die Witwe verteidigt ihn und klagt, daß durch seine Verarrestierung ihre ganze Familie bemakelt sei. Der Chudenitzer Salomon, der Oberamtmann Friedl, untersuchte die ganze Angelegenheit sorgsam und genau und ließ dann den Arrestanten frei, es sei beiderseits ohne Schaden und Nachteil. Damals führte der Stadtrat wiederum bei ihm Beschwerde darüber (zum erstenmale am 21. Juli 1777), daß sich ihnen die Juden wieder in die Christenhäuser auf Quartier einschleichen, er möge ihre Verordnung bestätigen, Juden, welche in der Stadt kein eigenes Haus besitzen, sollen sich anderswohin begeben. Es sei stark zu besorgen, die christliche Jugend könne durch irgendeinen jüdischen Irrtum angesteckt werden. Die ganze Gemeinde habe sich heute (2. Jänner 1780) beim Bürgermeisteramte darüber aufgebracht und gefordert, die Juden sollten von da vertrieben werden, sie gäben Ärgernis, sie verleiteten die Kinder zum Schachern und Mausen, es würden ihrer in Schwihau immer mehr und mehr . . . Dagegen beschweren sich wieder nach Ostern d. J. die Juden nach Chudenitz, daß an ihren Gebetstagen nicht bloß christliches