Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 174

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 174)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2644300-2644303--0631-2644973
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

168 seine ausschließliche Schuld vom verordneten Amte auferlegten Buße gnädigst zu verhalten zu geruhen; denn er hat es durch Verletzung jener armen Witwe, ja durch die Andachtsstörung, die durch seine ausschließliche Schuld der Judenbub bei jener Andacht verursacht hat, mit Recht verdient Dieser gnädigen Assistenz uns ganz getröstend, verbleiben wir des wohlgebornen und gestrengen Herrn gehorsame Bürgermeister und Rat der Stadt Schwihau. Die Entscheidung des Oberamtmannes lautete: Am 25. Mai wurde dem Palecek in Dechtin durch einen Musketier aufgetragen, den geforderten Betrag zu erlegen, doch solle ihm die Hälfte der Jude Wolf Fürth beitragen, da beide an dem Vorfall gleiche Schuld tragen. Am 11. Mai 1782 wird an den Oberamtmann eine Beschwerde gegen den Juden Jakob Salomon expediert, die also lautet: Betreffend den Gemeindehirten Laurenz Kotab, der von dem hiesigen Juden Jakob Salomon um 8 fl. eine Kuh gekauft hat, verfehlen wir nicht zu gehorsamer Nachricht zu hinterbringen: Der Hirt Kotab hat zwar die Kuh von dem Juden am 14. April in dessen Hause gekauft, doch hat er niemals voraussehen können, was Schädliches oder innerlich Verderbtes in ihr stecke, zumal da der Jude, der in lauter solchen halbverreckten Kühen und Vieh handelt und manchmal der ganzen Gemeinde das allergrößte Unheil einschleppt und verursacht, ihm Hirten bei jenem Kaufe nicht angezeigt hat, wo die Kuh herstammt, sondern vorgegeben hat, sie sei aus Wesprawowitz vom Bläha gekauft, und verschwiegen hat, daß sie in Pofiei gekauft war. Und so hat er denn die Kuh eine Woche lang behalten und sie mit unterschiedlichem Futter genährt, in der Hoffnung, heuer bei dem Mangel an langem und grünem Futter werde die aus der Not kommende Kuh bei ihm bald zunehmen. Als er aber wahrnahm, daß aus ihr nichts werden wolle, so schickt er am achten Tage sein Weib zu dem oberwähnten Juden und läßt ihm sagen, da die Kuh nicht aus Wesprawowitz, sondern aus Porici gekauft sei und der Poritschener Hajduke ihn berichte, daß jene Kuh das ganze vergangene Jahr krank war, wie jener Hajduke

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.