Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 167)
- Language
- German
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161 sie nur unter der Hand, öffentlich ist es ihnen verboten. Anstatt des Zehents von den Häusern zahlen sie dem Pfarrer jährlich 2 fl. Im Jahre 1749 erhöhte Graf Prokop W. Czernin die Judenzinse denjenigen, „die wohlhabend sind, falls sie in meinem Schutz ferner verbleiben wollen", auf 100 fl. Er teilte die Herrschaft in Hausierrayons ein, damit namentlich die Schwihauer nicht auf der ganzen Herrschaft umherliefen und die Chudenitzer und Kolautschener nicht störten. Er erfüllte auch dem Juden Pinkas mit Dekret dd. Schwihau den 27. Mai 1749 amtlich sein langjähriges Verlangen: Da das Haus des Supplikanten seit dem Jahre 1743 bezw. 1746 laut eines an der Tür angehefteten Zettels15) zum Kaufe angeboten wurde und sich kein Käufer meldet, das Haus aber eingehen und verwahrlosen würde, so gestatte ich dem Juden, das Haus zu reparieren, drin zu wohnen und sich dessen zu seinem Handel zu bedienen, unter der ausdrücklichen Bedingung, an Sonn- und Feiertagen vormittags den Laden geschlossen zu halten, bei öffentlichen Prozessionen und bei Begräbnissen die Fenster mit Läden zu vermachen, unter der Strafe von 10 fl. für jeden einzelnen Fall des Ungehorsams. Sobald er jedoch einen christlichen Käufer findet, soll er es verkaufen und sich in die Judengasse zurückziehen. Überhaupt atmeten die Juden unter dem neuen Herrn auf und sie kehrten wieder in die Stadt zurück. Am 10. Juni 1759 verpachtete Wenzel Marsälek sein baufälliges Häuschen zwischen Jakob Wächtler und Wenzel Fisar mit Bewilligung der Obrigkeit auf 10 Jahre dem Juden Adam Fürth, der sich verpflichtete, die Behausung auf eigene Kosten zu reparieren und dem Eigentümer jährlich 3 fl. rh. zu zahlen. Auch Eheschließungen wurden den Schutzjuden ohne Verzug bewilligt. Am 10. November 1762 dem Josef Brumml mit der Tochter des jüdischen „Burschen" Salomon Wotitz in Strakonitz, am 12. Feber 1767 dem Josef Samuel mit der Rosa Nathan aus Lieben, ebenso am 19. April d. J. dem Löbl, dem Sohne des Sigmund Brumml, mit Resl, der Tochter des Joachim Pinkas, und diese Brautleute vermehrten dann die Zahl der Judenfamilien in Schwihau. Die Gewogenheit des Grafen, der oft bei Christen und Juden Anleihen machte, ging noch weiter. Schon Ende des Jahres 1759 ersucht der Jude Fürth, den Herrn, es möge ihm zu seinem ausgedehnten ii