Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 157)
- Language
- German
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151 einem gewissen Georg Pejrek, einem hiesigen Inwohner, seiner Tochter die Ehre geraubt Auf Grund welcher Vorspiegelung von ihm die Tat unter ihnen vollbracht wurde, ist uns nicht bewußt, da die Sache bei der höheren obrigkeitlichen Instanz examiniert wurde. Pro 8°. ist ferner ähnlicherweise der Jude David Israel bei der schändlichen Tat betroffen worden, daß er ein gewisses Christenmädchen von hiesiger Herrschaft aus dem Dorfe Stiepanowitz zu Falle gebracht hat, das nach vollbrachter Tat schwanger verblieben und von ihm zwei Kinder zur Welt gebracht hat. Ganz gleiche Gelegenheit hat pro 9°. David Moses gesucht, der, welcher jetzt den zweiten Brand gestiftet hat und um dessentwillen bereits der Stadt verwiesen ist. Der hat auch eine christliche Weibsperson, eines Mannes Eheweib, zum leiblichen Verkehr beredet und ihr, falls sie ihm zu willen sei, verschiedene Sachen versprochen. Die hat sich aber der Sünde erinnert und auf die eheliche Treue besonnen, warum sollte sie es also mit einem Heiden tun, und so hat sie es öffentlich gegen ihn angezeigt. Als aber der Jude um dieser seiner schlechten Absicht willen bestraft werden sollte, so hat er alles bestritten und sich daraus mit seinen jüdischen Kniffen, als ob die Sache von ihr gegen ihn erlogen sei, herausziehen wollen und abgeleugnet. Man ist auch pro 10°. auf folgendes gekommen: Ein gewisser Jude Abraham Samuel hatte sein Haus neben einem gewissen hiesigen Nachbarn namens Johann Voräcek, und der Nachbar hatte rückwärts in seinem Hofe einen Brunnen, der hart neben dem Zaun des genannten Juden befindlich war. ja auch bis dato sich daselbst befindet. Da geschah es, daß im Jahre 1732 bei solchem Brunnen eines Tages zur Nachtzeit im Sommer um die gute Stunde des Nachts, als gerade Vollmond war und in jener Nacht hell schien, die Juden aus selbigem Hause in Gesellschaft einiger Personen gesehen wurden, die ihren jüdischen Rebbe mit hatten. Dabei hatten sie eine Laterne an einer Stange aufgesteckt und mitten über den Brunnen hängen, in welcher eine Kerze angezündet war; und sie lasen über solchem Brunnen laut etwas aus einem Buche und waren mit ihren Gesichtern darüber geneigt. Der Knecht aus dem Haus des erwähnten Nachbars hatte es bemerkt und rief sofort seinen Herrn, den Hauswirt. Der kam heraus, und als er sah, daß sie vielleicht über dem Brunnen etwas Böses