Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 156)
- Language
- German
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150 in die Stadt gebracht oder geführt werden, sei es Getreide oder andere luiterschiedliche Lebensmittel, da gestatteten sie den Christen niemals den Vorkauf, stets waren sie auf dem Sprung und auf der Lauer, alle diese Sachen nur allein zu erlangen und uns nichts zuzulassen. Doch noch viel schmerzlicher und vielen hiesigen Mitbürgern in trauriger Erinnerung ist pro 5°. Im Jahre 1705 am 4. August, am Tage des heiligen Vaters Patriarchen Dominikus, um die elfte Stunde vor Mittag, wurde der Frau des Juden Salomon, der in dem Hause wohnte, wo jetzt Franz Hruska drin ist, die Butter brennend und zündete das Haus an. Von dieser Brandstiftung und eilig verbreitetem Feuer sanken in etlichen drei Stunden achtzehn Christenhäuser in Staub und Asche: der Schaden kann nicht mit Hunderten, sondern erst mit Tausenden beziffert werden, denn es war im Schnitt, die Zeit der Feldarbeit, es war niemand daheim, und so konnte auch niemand das geringste retten. Und es kann daher auch keiner jener Mitbürger in den vorigen Stand kommen, sondern muß solchen Schaden in trauriger Erinnerung bis zum heutigen Tag in Armut tragen. Ähnlich pro 6°. Im Jahre 1739 am 28. Feber zwischen der 11. und 12. Nachtstunde, als die Leute eben im ersten Schlaf lagen, ist durch den unseligen Juden David Moses aus dessen Wohnung Feuer ausgekommen; man hatte den Juden gesehen, wie er an jenem Abend nach seinem Schabes mit dem Licht auf dem Dachboden etwas suchte; als er angezündet hatte und das Auflodern des Feuers bemerkte, ergriff er sogleich die Flucht und lief bis in ein Dorf, Poritschen genannt, zu einem Juden, ohne Feuerlärm zu schlagen. Und durch dieses Feuer sind außer seinem Hause noch vier Häuser in Staub und Asche gesunken, sodaß durch diese Zündimg den abgebrannten Nachbarn ein sehr großer Schaden erwuchs, namentlich dem unmittelbaren Nachbar, dem sämtliches Vieh und der ganze Hausrat, auch das Geflügel, und in summa alles, wie es immer heißen mochte, samt vier kaiserlichen Artillerie- Pferden von jenem Feuer verzehrt wurde. Ferner ist pro 7° ihr Leichtsinn zu bedenken — wir wollen es nicht bergen —, was für Schändlichkeiten sie treiben. Ein gewisser Jude namens Feischi, der auf dem Häuschen wohnte, vorzeiten i. J. 1676, wie aufgeschrieben und angemerkt ist, wo jetzt David Moses das Häuschen niedergebrannt hat, der hat