Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 155

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 155)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2644300-2644303--0612-2644954
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

149 wie es sich vergangener Zeit bewiesen und uns christlichen Mitbürgern nachteilig gewesen, an einigen Punkten hier deutlich zu schildern, wie folgt: lmo- Am auffallendsten ist ihre Unehrerbietigkeit und ihre Verunehrung des leibhaftigen Gottes, wenn er im Allerheiligsten vom Stellvertreter Gottes im Notfalle zum Kranken getragen wird, wie in der Stadt so im Dorfe; da traf es sich oft und es konnte wohl kaum jemals fehlen, daß nicht ein Jude dem Geistlichen in den Wurf gekommen, an ihm vor« beigelaufen und so unanständig gewesen, nicht einmal den Hut vom Kopfe abzunehmen. Diese Art kam ferner darin zum Ausdruck, daß zwei, drei Juden im Gespräch beisammen standen, und wenn unverhofft der Geistliche mit Gott dem Allmächtigen zum Kranken eilte, so blieben sie an dem Orte stehen und kehrten sich mit dem Rücken gegen ihn. Ähnlich bei öffentlichen Prozessionen, die durch die Stadt geführt zu werden pflegen, namentlich wenn an Fronleichnam die feierliche Andacht zur Verehrung der vier Altäre, auch mit dem Allerheiligsten um Erflehung des Segens die Prozession geführt wird, da fehlte es nie, daß sie nicht ein besonderes Aufsehen erregt hätten. Ebenso pro 2°. konnte man an Sonn- und Feiertagen beobachten, daß sie sich vor ihre Häuser setzten und allerhand Arbeit verrichteten, was von den auswärtigen Leuten, die hier passierten, sehr übel genommen wurde. Dabei konnte man an solchen Tagen während des Gottesdienstes, wenn mancher Männer Frauen zwecks Bereitimg eines Mahles hie und da daheim blieben, wiederholt beobachten, daß sich Judenweiber zu ihnen ins Haus einschlichen, sie beschwatzten und so weit brachten, daß ihrer viele ihren Männern Getreide und andere Sachen verkauften, und daß sie zu solchen Praktiken nicht bloß viele Nachbarn, sondern auch deren Gesinde unverfroren anführten, ihnen Obst und andere mancherlei Dinge zu bringen. Auf gleiche Art pro 3°. ihr Verhalten bei Diebstählen. Wann immer sich in hiesiger Stadt ein solcher ereignete, mochte es das oder jenes sein, entweder vom Vieh, vom Geflügel, oder vom Getreide, wenn man in irgendeiner Beziehimg einen Verlust wahrnahm, das wurde unfehlbar stets zu ihnen gebracht und angenommen. Ferner pro 4°. solch ihr vermischtes Wohnen mitten unter uns gereichte uns zu großem Schaden. Denn mochte was immer

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.