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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 132

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 132)
Language
German
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IRI
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126 (in Jezow und Meckow) überhaupt keine Kontribution zahlen, trug ihnen das Amt auf, dem alten Israel vierteljährlich auf seine Verpflichtung beizutragen, — sie erlegten 1 fl. 15 kr. Es wurde weiter nachgeforscht und festgestellt, was die Juden sonst an Abgaben entrichten. In Biowitz Abraham samt Schwiegervater und Bruder 1 fl. 15 kr., während Israel für dieselbe Zeit 19—21 fl. zahlte. In Poritschen wohnen reichere Juden und zinsen an den Grafen Wratislaw bloß je 45 kr., in Lazan 18 kr., in Chotzomyschl gar nur 10V2 kr. (!), in der königl. Stadt Klattau ein reicher Jude (es ist überhaupt nur einer dort) wöchentlich 1 fl., also soviel, wie der Bittsteller. Der Sfählauer, der seiner Tochter eine Mitgift von 1200 fl. bar gegeben hat, wiewohl er abgebrannt war, steuert 1 fl. 15 kr. Die große Zahlungsverpflichtung hat dem Israel der verflixte Jude Mayerle aus Przestitz aufgebürdet, den die Behörden im Pilsner Kreise zum Judenrichter bestellt haben: und der hat einen Pick auf mich, weil er gern den Baujn- Wollhandel ganz an sich ziehen möchte, darum schwärzt er mich an und streut gemeine Reden aus. Der Chudenitzer Hauptmann Scharf begab sich den 14. August 1708 zum Kreisamt nach Lukawitz, wo sich sowohl der Schwihauer als auch der Przestitzer Jude einfanden. Mayerle bestritt die Schuld an der hohen Kontribution des Israel, denn damals habe er die Repartitionen noch nicht zusammengestellt: er versprach, bei der nächsten auf den Schwihauer Rücksicht zu nehmen, falls er den Nachweis erbringe, daß sein Vermögen nicht so groß sei, als man allgemein annehme. Die Exekution — man hatte mittlerweile wegen David zwei Dragoner geschickt, die im Wirtshaus auf Rechnung des Juden Tag und Nacht schlemmten und praßten, daß sich der Tisch bog — die Exekution werde der Kreishauptmann aufheben, wenn der Jude binnen bestimmter Fristen den Kontributionsrest von 47 fl. begleiche . . David Israel zog also unverrichteter Dinge ab . . und wurde noch obendrein eingesperrt, weil er unter dem Lukawitzer Schlosse über Mayerle hergefallen war und ihn abwatschen wollte, so daß ihn der Knecht nur mit Mühe daran zu hindern vermochte. David war über die Maßen geizig, denn er besaß in der Tat ein schönes Vermögen. Neben seinem Handel mit Baumwolle, die schon damals die Leinenerzeugnisse verdrängte, namentlich die Scherken und Kanafasse war er im Begriffe, zu Schwihau eine Lohgerberei zu bauen. In einem langen Briefe an

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