Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 129)
- Language
- German
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123 ganzen Tag offenhalten, wobei dem Pfarrer das Recht vorbehalten wurde, ihr bei besonderen festlichen Anlässen anzuzeigen, wann sie den Laden schließen solle. (IV)5) Im J. 1697, den 24. November kaufte der Jude David Israel ein baufälliges Haus ohne Felder von Martin Boleska, gelegen zwischen Karl Jelinek und Martin Voräcek auf der oberen Stadt, um 40 f 1. rh. Er wird von Militäreinquartierung und Kontribution frei sein, doch das „Schutzgeld", den Zinshafer und das Gewürz soll er pünktlich entrichten und mit den Christen ehrlich und redlich handeln. Er darf das Haus ohne obrigkeitliche Bewilligung nicht weiterverkaufen; das geschah auch i. J. 1729, den 21. Jänner, als es (samt dem von David erbauten neuen Stube) um 230 fl. rh. der herrschaftliche Branntweinbrenner in Chudenitz David Low alias Löb erwarb, und von diesem kaufte es ein Jahr darauf am 16. Oktober um 300 fl. David Moyses, der Pächter der herrschaftlichen Lohgerberei im Ort (II). Im J. 1698, den 20. Oktober nahm Fr. Max Czernin, Herr auf Schwihau und Malechau, den Klattauer Juden Abraham Samuel in seinen Schutz und gestattete ihm, das Haus der Dorothea Helm einzukaufen und darin sowie in der Stadt und auf der Herrschaft jegliches ehrliches Gewerbe zu treiben, u. zw. um einen Jahreszins von 12 fl. (III). Im J. 1706 weist eine gnädige Obrigkeit von den Schwihauer Juden folgende Einkünfte in ihren Renten auf: Schutzgeld von den Juden (ohne Angabe der Zahl) 154 fl. vom jüdischen Friedhof 4 „ für 120 Pfund ausgelassenen Inselts ä 9 kr. macht 18 „ für 2 Pfund Pfeffer ä 36 kr. 1 „ 12 kr. für 2 Pfund Ingwer ä 36 kr. 1 „ 12 „ summatim 178 fl. 24 kr. Im J. 1707, den 10. Mai ersucht die Jüdin Rachel, die Frau des Moses Jicin aus Prag, für ihren Schwager Pinkas in Schwihau bei Hermann Jakob Czernin um Herabsetzung des Jahreszinses von 26 fl. auf 20 fl. Das Gesuch wurde negativ beschieden. Im selben Jahr am 18. Mai bittet der Schwihauer Stadtrat den Herrn untertänig, acht Juden der Stadt zu verweisen, welche in Bürgerhäusern wohnen, was NichtChristen nicht gestattet sei. Die Schwihauer Juden