Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 126)
- Language
- German
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120 Die Juden in Schwihau. Von Archivar Frantisek Teply. Deutsch von Dr. Anton Blaschka. Erstmalig werden Juden in Schwihau*) zum Jahre 1570 erwähnt. Aus diesem Jahre besitzen wir ein unvollständiges Verzeichnis von denjenigen Orten, wo Juden saßen, samt Angabe, wieviele derselben für die Zahlung der vom Landtag bewilligten Berne in Betracht kamen. Da wird Schwihau mit einem Juden angeführt. Wer über 20 Jahre alt oder verheiratet war, sollte 2 ungarische Gulden oder iy2 Schock böhmischer Groschen bezahlen, die jüngeren 1 Gulden oder 45 böhm. Groschen. Es war vielleicht nur ein Judenhaus vorhanden; heiratete der Sohn oder die Tochter und blieben sie im selben Hause, so konnten mitunter drei bis vier Familien im Verzeichnis als Ein Jude erscheinen, namentlich wenn es sich um die Landesberne handelte. Der Grundobrigkeit, welcher die Anlegung des Verzeichnisses oblag, kam es darauf an, daß der Jude nur ihr allein zinse. An einem Grabsteine des alten jüdischen Friedhofes liest man: Im Monate Mai d. J. 1644 starb Frau Eesel, die Tochter des Herrn Gerson. Die amtliche Bewilligung einer neuen Begräbnisstätte erlangten die Schwihau er Juden am 10. Jun i *) Schwihau, jetzt offiziell bloß Svihov, ist eine Stadt im Ger.-Bez. Klattau in Böhmen. Nach der letzten Volkszählung v. J. 1922 hatte es 1385 Einwohner, darunter 24 Israeliten; der Nationalität nach haben sich in der tschechischen Stadt nur 7 Deutsche befunden; zur jüdischen Nationalität hat sich niemand bekannt. — Bei der Übertragung wurden die der deutschen Sprache geläufigen und in den zeitgenössischen Quellen stets angewendeten Ortsnamen auch in jenen Fällen beibehalten, wenn das moderne Ortslexikon bloß die tschechische Form kennt. Dr. A. B.