Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 100)
- Language
- German
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97 Die Judenschulden im Register des Frager Burggrafenamtes 1497—1500. (Mit einer Tafel). Von Dr. Anton Blaschka. Bei der verhältnismäßigen Spärlichkeit historischer Quellen zur Geschichte der böhmischen Juden im Mittelalter und in der frühen Neuzeit muß alles doppelt wertvoll erscheinen, was einen Einblick in ihr Leben und ihre Tätigkeit gestattet. Es ist allerdings von solcher Kleinarbeit kaum in größerem Maße eine Bereicherung der Universalgeschichte zu erwarten. Immerhin aber dürfte die Wirtschaftsgeschichte an den Ergebnissen solcher örtlicher Untersuchungen nicht achtlos vorübergehen, sondern solche Art Heimatforschung kann im besten Sinne des Wortes als Einführung in größere Zusammenhänge fruchtbringend gemacht werden. Welche Bedeutung den Juden als Geldgebern für die Kammern der Herrscher, somit also für die staatlichen Finanzen zukam, das ist hinreichend bekannt. Man ist sich auch klar darüber, daß selbst für das Privatleben der Adeligen und Bürger die Judenschaft eine schwerwiegende Rolle spielte. Wie sich nun im einzelnen die geldschaffende Funktion der böhmischen Judenschaft gestaltete, das ist bisher für die Wende von Mittelalter und Neuzeit kaum allgemein bekannt. Für die Zeit des ausgehenden Mittelalters ist dies neben der Seltenheit einschlägiger Quellen noch darin begründet, daß die etwa vorhandenen Quellen und Bearbeitungen aus sprachlichen Gründen der deutschen Öffentlichkeit unbekannt geblieben sind. Unter diesen Voraussetzungen mag es berechtigt sein, das älteste Schuldverschreibungsregister des Prager Burggrafenamtes aus den Jahren 1497—1500 der Wissenschaft-