Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 96)
- Language
- German
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93 117) Bondy G.—Dworsky Fr. Nro. 767. 837. 118) Haushaben der Wiedertäufer bestanden in Nikolsburg, Lundenburg, Kostel, Pohrlitz, Auspitz, Eibenschitz, Gaya, Göding, Austerlitz, Damboritz, Wischau. 119) Beck a. a. O. S. 463. Die Klagen über die jüdische Konkurrenz mehren sich. Hiezu vgl. S. 461. 465. 466. Kux J. hat in d. Mitt. d. d. V. f. d. G. M. u. Sch. 8. Jhg. S. 377 eine Kechnung des Müglitzer Gemeindehaushaltes a. d. J. 1569 veröffentlicht. In dieser wird der Entlohnung eines jüdischen Glasers: 11 Groschen gedacht. Also auch Stadtverwaltungen bedienen sich wie im obenerwähnten Falle Anm. 114 der unbefugten jüd. Handwerker. Daß die Juden vielfach Schüler der Wiedertäufer waren, die große landwirtschaftliche Kenntnisse besaßen, scheint auch der Geschichtsschreiber Balbinus zu betonen. In seiner epitome rerum bohemicarum p. 589 erzählt er, daß die J. nach Vertreibung der Wiedertäufer, also seit Ferdinand II. auf den Gütern der Adeligen die Aufgaben versahen, welche früher die Anabaptisten gehabt hatten, quia vero chirurgiae et vinorum curandorum aliarumque artium peritissimi habebantur, apud Moravos proceres summo erant in pretio ac omnia ut hodie per Judaeos agebantur . . . 120) Das Verzeichnis ist ein Extrakt des „Original Burggrecht oder Grundbuches" im StraBnitzer Archiv. Die Abschrift trägt das Datum 17. Juli 1718. Die Überschrift lautet: Nun folget die jüdischen Gassen, die von undenklichen Jahren die Juden bewohnen und die Häuser vermög des Burggrecht (so de anno 1590 fundieret ist) schon damahlen denen Juden teils gekauft, teils geerbt haben. Auch die Liste des Jahres 1657 ist eine Abschrift, u. zw. des J. 1719. Die Überschrift lautet: Besessene Juden zu Straßnitz, derer theils Weingarten, theils sich mit Handel undt Handtwerk ernehren. An der Spitze der Konsignation: Jakob Kremsierer 1J, Michael Lederer 10, Löbl Polak Jakob Schaja 1|, Samuel Buchbinder f, Löbl Lederer Innman 1| Achtel Weingarten. Der Weinhandel ist für Straßnitz auch aus späterer Zeit bezeugt. Ein willkommenes Bindeglied zwischen beiden Verzeichnissen bilden die Angaben: Vor der Lahnvisitation besaßen die Häuser. Diese Mitteilungen sind trotz ihrer Unvollständigkeit wertvoll, weil sie in einzelnen Fällen auch Berufe mitteilen. Z. B. David, Glaser; Benedisch, Schneider; Michael, Glaser; Hirschl, Sehneider u. s. w. 121) Mähr. Landesarchiv J. 19. 122) Joselmann, Josel v. Rosheim verteidigt i. J. 1430 seine Stammesgenossen gegen den Vorwurf mit den Türken im Bunde zu stehen; Ferdinand hält freilich auch später an der Beschuldigung fest. Vgl. Anm. 107. Im gleichen Jahre erwirkt Josel in Augsburg eine Bestäigung der alten Judenprivilegien, 1544 übermittelt er die Bittschrift der deutschen Judenheit, 1547 weilt er in Leitmeritz. Bei dieser Gelegenheit verliert er den kaiserlichen Schutzbrief. Deshalb muß ihm Kaiser Karl V. am 28. Februar 1548 ein neues Privileg ausstellen. In dieser Urkunde wird der „Geschäfften bey hochgedachtem unserm lieben Brüdern, dem