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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 92

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 92)
Language
German
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89 70) Die in den scriptores rerum Silesiacarum 14. Bd. S. 75 Politische Korrespondenz Breslaus im Zeitalter des Königs Matthias Korvinns veröffentlichten Ausgleichsverhandlungen des Jahres 1484 suchen zwar das Rechtsverhältnis der Juden im Sinne der früher geltenden Bestimmungen zu regeln, aber die Nimburger Einigung ist faktisch bedeutungslos geblieben. 80) Archiv cesky XVI 367. 81) Die Gattin des Herrn Hans von Lichtenstein, Perchta Rosenberg, gibt ihren Angehörigen wiederholt darüber Nachricht. In einem Briefe an ihren Bruder Jost, Bischof von Breslau, schreibt sie Dezember 1463: Es wäre besser gewesen, wenn er bei den Juden Geld aufgenommen hätte. 82) Liegt im Bez. Auspitz. Der Brief ist veröff. i. Archiv c. I str. 86. 83) Vgl. hiezu das Urteil des Eisenacher Stadtschreibers Johann Purgoldt aus dem Anfang des 16. Jhdt. Und darumb so mus er sye wuchern, und dit ist ir behelffen, aber dye christenn Wucherer haben kein behelffen, es ist ir girheit und ir verzweifelte bosheit. 84) Archiv c. VII str. 47 nemüze to byti prijemne, kdyz jeden druheho nefadne o zidy pripraviti chce, ponevadz na nich jest nekolik set platu. 85) Archiv c. IV str. 522 Item, jezto nektefi krestane däwaji swe penize mezi Zidy, aby jimi spolu lichwili . . . r. 1487. 86) Der Rat von Leitmeritz schützt i. J. 1514 seine armen jüdischen Handwerker gegen Geldforderungen fremder Herren. Celakovsky a. a. O. 417 Anm. 80. 87) Bondy G. Dworsky Fr. I Nr. 292 S. 175. 88) Wilhelm von Pernstein war nicht nur der reichste und angesehenste Mann in Böhmen und Mähren, sondern übertraf durch sein freies und abgeklärtes Urteil seine Zeitgenossen. Bekannt ist sein Wort: Mit den Kömischen glaube ich, mit den Utraquisten halte ichs und mit den Brüdern sterbe ich. Palacky Gesch. V. 206/07. 89) Daß die Darlehensgeschäfte unzureichend gewesen sind, beweisen schon Zeugnisse aus dem XL, XII. und XIII. Jhdt. Die Kundschafts Verhältnisse waren darum in vielen Gemeinden streng geregelt, um eine bestimmte Zahl von Kunden jedem Geldverleiher zu sichern. Müller J. Reponses faites par de celebres rabbins. Vienne 1881 S. 48, Nr. 87; S. 49, Nr. 88, ferner Isaak ben Moses Or Sarua, Jerusalem Illb, S. 8, § 28. Meir von Rothenburg, S. 144a, Nr. 983: An die Vorsteher der Gemeinde Nürnberg: „Wisset, daß mein Verwandter Rabbi Abraham im Auftrage seiner Gemeinde zu mir kam, Sie klagen über einige Einwohner eurer Gemeinde, daß sie in ihrer Stadt Geschäfte machen. Ihr habt die Gewalt, es ihnen zu wehren, und tut es nicht. Wißt ihr denn nicht, daß sie ungesetzlich handeln?" Im Statut des Münchner Magistrats (1400) heißt es direkt: Die Juden dürfen sich mit nichts anderem als mit Ausleihen von Geld gegen Zinsen befassen; denn dies ist ihr Geschäft.

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