Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 84)
- Language
- German
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81 leben im Mittelalter I 2 S. 1444f getan hat, der die Theorie aufstellt, daß die Darlehensgeschäfte bis zum XII. Jhdt. von der Geistlichkeit, im XIII. von den Bürgern und dem Adel und im XIV. Jhdt. von den Juden betrieben wurden. Gerade die durch Hoffmann der historischen Wissenschaft eröffnete Responsenliteratur zeigt, wie vorsichtig wir bei Festsetzung zeitlicher Grenzen und einheitlicher, d. h. ungemischter Wirtschafts Verhältnisse sein müssen. 10) Der Bischof Johann von Olmütz nimmt den Juden Nazan am 22. Februar 1398 in seinen besonderen Schutz C. D. M. XII Nr. 455 und bekennt am 12. Mai 1399, daß er, um die Burg Hochwald einlösen zu können, von dem Juden N. 30 Mark geliehen habe. C. D. M. XII Nr. 537. Vgl. Trampler R. Die Herren von Holstein, Ztschr. f. d. G. M. u. Sch. 7. u. 8. Jhg., der eine Reihe treffender Beispiele anführt. 1J) Rolleder A. Die mährischen Herren von Sternberg, Ztschr f. d. G. M. u. Sch. 5. Jhg. S. 336, 337, 349. 366. 12) Chronicon Benessii Krabice de Waitmile monum. historica Boemiae tom I Eodem anno (sc. 1395) Judei in Praga per Regem et in Moravia per Marchionem Jodocum fuerunt captivati. Beispiele, daß Juden auswandern, um ungerechter Besteuerung und Erpressungen zu entgehen, bietet Kerler, Ztschr. f. d. G. d. Juden i. D. Bd. III S. 119f. Die Stadt Brünn mußte bei den Söhnen des reichen Hauses Steuzz (im Codex diplom. Mor. XII Nr. 50 Sterozz genannt) ein Darlehen unter der Bedingung aufnehmen, daß den Gläubigern jedes Pfandrecht für Hauptgut und Schaden zustand. Die großen Geldverleiher erscheinen nur selten im Judenbuch der Scheffstraße, das zumeist von kleinen Geschäften berichtet. 13) Das Olmützer Judenregister vom Jahre 1413—1420 v. Dr. Kux, Ztschr. d. d. V. f. d. G. M. u. Sch. 9. Jhg. S. 385ff. 14) Liber secundus civitatis Olomuc. 3 C. fol. Ib. 15) Vgl. Das Personenregister in „Das Judenbuch der Scheffstraße zu Wien" (1380—1420) hrsg. v. Dr. Artur Goldmann, Wien, 1908. 16) Olmützer Vormerkbuch fol. 167. 17) Saliger W. Über das Olmützer Stadtbuch des Wenzel von Iglau. Brünn 1882 S. 37. 18) Köpl K. a. a. O. S. 24 Nr. 40 Et cum nonnumquam iuvenes invitis parentibus et amicis ipsorum apud diversos debifcorum onera ad quorum solutionem per se non sufficiunt contrahere consueverunt . . . Daß es sich hiebei nur um christliche Gläubiger handeln kann, geht aus Anm. 3 hervor. lö) Brunner H. Die Herren von Lippa, Ztschr. d. d. V. f. d. G. M. u. Sch., XIV. Jhg., S. 142/143. 20) Einen guten zeitgenössischen Beleg für dieses Verbot bietet das sogenannte Epicedium des Brünner Minoritenklosters. Ztschr. d. d. V. f. d. G. M. u. Sch., 1. Jhg., S. 98 ff. Casopis matice Moravske, r. 1919, str. 60. Quas quidem vineas conventus coactus est vendere propter maximas infestationes civium. Der Streit wurde erst 6