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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 62

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 62)
Language
German
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IRI
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59 Bürgschaft leisten, um ihren Wortführer vor dem sicheren Gefängnisse zu retten.39) Benesch hat aber dieses große Opfer seiner Schicksalsgenossen ehrlich verdient; sieben Jahre vorher hat er selbst dem Troppauer Juden Orlik, welcher als Vertreter jüdischer Interessen vor dem Fürsten Ernst in eine ähnliche Lage geraten war, mit dem Aufwand seines ganzen Einflusses40) und einer großen Geldsumme zu schützen gesucht. Noch schlimmer als in Olmütz hatten sich die Verhältnisse in Znaim gestaltet Schon 1401 der obligate Zunftstreit,41) 1421 nimmt König Sigismund eine Anleihe von 905 fl. auf, von denen die Znaimer Judenschaft bei sonstiger Strafe an Leib und Vermögen 400 fl. zu bezahlen hat,42) 1437 wird durch den Habsburger Albrecht der Zinsfuß der jüdischen Darlehensgeschäfte beträchtlich herabgesetzt. Der Landesunterkämmerer erhöht ihn (1453) wieder, ohne Zweifel aus dem Grunde, weil durch die Energie des Reichs Verwesers Georg von Podiebrad im Lande wieder Ruhe und Ordnung eingetreten war. Die Maßnahme des Unterkämmerers verfehlte aber ihr Ziel gänzlich; denn im gleichen Jahre war einer der berüchtigten Preisstürze eingetreten, durch den Handwerker und Bauern in ihrer Existenz ernstlich bedroht wTaren.43) Die Bewegung gegen die Juden war nun nicht mehr einzudämmen. Die Bürgerschaft erhob auch gegen den Schiedsspruch des Unterkämmerers, daß die Forderungen rechtlich vollgültig seien, energischen Protest und erwirkte bei der jungen Majestät Ladislaus Posthumus Fristerstreckung und Nachlaß. Aber diese Konzessionen erschienen dem Znaimer Rate noch zu gering. Kurz nach Neujahr 1454 gehen wieder Abgesandte nach Brünn und der König entscheidet, daß nur die Hauptschuld zinsenlos, jedoch ohne weitere Terminverlängerung abzutragen sei. Selbst dieses letzte königliche Wort hat keine allgemeine Billigung gefunden. Die Thayastadt wurde der Schauplatz erregter und stürmischer Auseinandersetzungen, die sich vom Rathause auf die Straße fortpflanzten. Man hatte sich doch um Lasslav auch verdient gemacht und durfte von dem Landesherrn auch das Allerletzte erwarten, die Ausweisung der Juden aus Znaim und den andern königlichen Städten.44) Das Städtebündnis, das schon im Jahre 1439 geschlossen war, bestand seine Kraftprobe. Drei Tage nach der Ausstellung des Olmützer

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