Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 48)
- Language
- German
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45 Gesetze von Ursache und Wirkung mit einander verbinden, und alle Umstände einer jeden Handlung angeben. Das führte ihn dazu „überall, wo seine Quellen ihn verließen, die Umstände nach seiner Phantasie, seinen Kombinationen und Vermutungen auszumalen." Dafür bietet gerade seine Erzählung von Jacob schlagende Beweise. Cosmas spricht vom Juden Jacob, das genügte Häjek nicht. Trotzdem Jacob bekanntermaßen ein sehr alter Judenname ist, will Häjek doch erklären, wie dieser Jude gerade zum Namen Jacob gekommen ist: er wurde am Tage des Apostels Jacob getauft! Und wie kam es zu dieser Taufe? Cosmas sagt es nicht, aber H. weiß es: Jacob konnte nur als Christ in den geheimen Rat des Herzogs aufgenommen werden! Wie Häjek zur unsterblichen Erfindung der Privatsynagoge Jacobs gekommen ist, ist oben (p. 32) gezeigt worden. Es sei noch der Schluß der Erzählung Häjeks erwähnt. Bei Cosmas steht, daß Herzog Wladislaw die christlichen Sklaven von den Juden loskaufte. Christliche Sklaven bei Juden gab es zur Zeit Häjeks nicht. Aber etwas anderes, das jedem seiner Leser verständlich war: daß man bei Juden Geld gegen Hingabe von Pfändern leihen konnte. Demgemäß korrigiert Häjek den Bericht von Cosmas: aus den Sklaven werden Pfänder, die der fromme Herzog von den Juden auslöst und den armen Christen zurückgibt. 13) Pag. LXV der seltenen editio princeps (Prostannae 1552) und pag. 97 der verbreiteten Ausgabe von 1575. 14) Vgl. Rybicka, Casop. cesk. mus. 1878, p. 106—118, 243—251 und Jakubec, dejiny literatury ceske l2, 618. 15) In der Widmung an Maximilian II. sagt D. „quod lgitur ad curam veritatis eruendae, quae precipue ab historia posfculatur, attinet, illam ego omni studio persecutus sum, ne mea negligentia usquam loci possit accusare." 16) Wie Dubravius zu dieser Vermutung gekommen ist, ist unten (Anmerkung Nr. 29) erklärt. 17) Prodromus gloriae Pragenae p. 458. 18) Chronologische Geschichte Böhmens 4a, 218. lö) Annal. Hagec. 6, 169. 20) Außer einer von Pubitschka erdichteten Einzelheit: daß Jacob nach Zerstörung des christlichen „Altars in seiner Synagoge wieder einen jüdischen Altar errichtete." 21) Aber er hat doch einzelnes aus Häjek übernommen, wie die Stelle „erat hic subbatarius locuples in primis, et, ut quidam dixere, nobilis magus" zeigt. 22) Zu den Worten „cuius picea dextra quecumque tetigerit, inquinat" vgl. die Angaben von Bretholz in seiner Cosmas-Ausgabe p. 232, Note 1 und 222 N. 6. 23) Vgl. Hauck, Kirchengeschichte Deutschlands 41, 67. 24) Wann Jacob Vicedominus geworden ist, läßt sich nicht feststellen. Aus den Worten von Cosmas „eodem anno Christi dei virtus......hanc terrulam dignatus est eruere......a laqueo Jacobi Apellae" kann man schließen, daß die Erhebung Jacobs