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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 444

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 444 (sequence 447)
Language
German
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IRI
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444 waren; daher versammelten wir uns aufs Neue, ich und meine Mitkollegen, die anderen würdigen Rabbiner, machten Einschränkungen, legten in Bann und Fluch nicht nur jene Unwürdigen, die sich um diese Stelle bewerben, sondern auch jene, die solche Leute ohne Untersuchung und vorhergegangene Prüfung aufnehmen werden. Durch dieses Verfahren zog ich mir viele Feinde zu, die immer darauf bedacht waren, mich von meiner Stelle zu stoßen; da sie aber sahen, daß mich die Vorsteher von Lodomir noch vor Beendigung der drei Jahre wieder auf drei Jahre aufnahmen, folglich konnten mir die Feinde von dieser Seite nicht schaden, so schickten sie eine ununterfertigte Schrift an die Herrschaft und baten darin, daß sie sich an den Fürsten ihrentwegen verwenden soll, daß ich abgesetzt werde. Der Fürst pflegte jährlich einmal nach Lodomir zu kommen; da ging der Befehl von ihm voraus dahin, daß ich ja daselbst bei seiner Ankunft nicht zu finden sein soll. Ich reiste also eilend ab zu meinem Enkel R. Michel Kaz, der Rabbi in Tursk war. Der Fürst kam nach Lodomir. von da reiste er nach Warschau. Am Montage 5. Tamus reiste ich wieder nach Lodomir zurück. Denselben Tag habe ich meinen Nachkommen zum halben Fasttage bestimmt. Am Montag 3. Ab starb meine Tochter Dobrisch. Indessen schrieben die Vorsteher der anderen drei Städte an die Vorsteher von Lodomir, daß sie sich meiner annehmen und den Unwillen des Fürsten gegen mich abzuwenden suchen sollen; ich erfuhr indes, daß der Fürst wieder von Warschau nach Lodomir kommen wird. loh war darüber sehr unruhig, und da sieh just traf, daß mein Enkel R. Nassan ^"JJJ heiraten sollte, da reiste ich mit ihm zur Hochzeit nach Herum. Vor meiner Abreise noch hatte sich ein würdiger Mann, Namens Rabbi Mordechai Schames meiner angenommen und mit der Herrschaft meinetwegen gesprochen, so daß dieselbe wieder gut gesinnt gegen mich wurde. Dann redete ich mit einem braven Manne von den Vorstehern, und bat ihn, mit diesem R. Mordechai zum Fürsten selbst zu reisen, ihm meine Unschuld an den Tag zu legen, damit er seinen Befehl aufhebe. Als ich von der Hochzeit meines Enkels zurückkam und aus Furcht entweder zu meinem Enkel nach Tursk oder zu meinem Sohne R. Abraham, Rabbiner in Sulika, reisen wollte, als ich nach Klein-Dubna kam, so fragten sie mich, ob ich nicht R. Mordechai getroffen habe. Da antwortete ich: „Nein!" Sie berichteten mir, daß er mir mit einer frohen Nachricht entgegengereist sei, und er habe eine unterzeichnete und versiegelte Zustellung vom Fürsten an mich, daß ich glücklich nach Lodomir zurückreisen und mein Amt wie bisher verwalten soll. Unterwegs erfuhr R. Mordechai*

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