Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 445 (sequence 448)
- Language
- German
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445 daß ich nach Klein-Dubna gereist bin, er kam auch dahin und brachte mir die frohe Nachricht mit Dankgebet gegen, den Allerhöchsten, der mir seine große Gnade nicht entzogen hat. Tags darauf reiste ich nach Lodomir zurück. Vierzehn Tage nachher kam der Fürst mit seinem Sohne auch dahin, mich in meinem Amte zu bestätigen. Am Laubhüttenfeste 5404 erhielt ich einen Rabbinatsbrief von Krakau; mein Schwiegersohn R. Hirsch und meine Tochter Rebekka schickten mir einen Wagen. Am Tage nach dem Laubhüttenfeste reiste ich mit meiner Frau und meinen Hausleuten nach Krakau und wir kamen daselbst den 21. Cheschwan glücklich an. Am 1. des Monats Adar kamen auch die angesehensten Männer vom ganzen Kreise daselbst an und hielten eine Zusammenkunft im Zimmer über die Altschule, nahmen mich auf zum Oberrabbiner nach allen Rechten. Sie schickten in der Nacht drei der höchsten Schuldiener und einen Diener von den Vorstehern mit Fackeln, um mich abzuholen. Bei meinem Eintritte ins Sammelzimmer standen sie alle von ihren Sitzen auf, wünschten mir Glück und kündigten mir an, daß sie mich nach vorgeschriebenem Rechte zum Oberrabbiner einstimmig erwählt haben. Ich hielt eine kurze Rede, dankte dem Ewigen, daß er mich wieder in meine vorige Würde eingesetzt hat, und ihnen dankte ich für meine Aufnahme. — Nun dachte ich, ist es Zeit, daß ich meinen Nachkommen auch einen Freudentag wegen meiner vormaligen Befreiung und meiner gegenwärtigen Wiedereinsetzung in meine vorige Würde bestimmen soll. Da diese Wiedereinsetzung am 1. des Monats Adar geschah und dieser Monat schon von Hamans Zeiten zur Freude bestimmt ist, so habe ich auch die Nacht vor dem 2. Neumondstage des Monates Adar, und wenn ein Schaltjahr ist, die Nacht vor dem 2. Neumondstage des Monats Adar Scheni, für alle meine Nachkommen, sowohl Söhne als Töchter, auch Enkel von Geschlecht zu Geschlecht bestimmt zum ewigen Andenken, bis es dem Ewigen gefallen wird, wieder uns zu erlösen und nach Jerusalem zurückzuführen, welches bald geschehen soll. Amen.