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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 443

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 443 (sequence 446)
Language
German
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443 Im Monate Tamus 5391 bin ich mit der Geldstrafe von 10.000 Reichstalern fertig geworden. Tags darauf bin ich mit meinem Weib und meinem jüngsten Sohne QJTßK ^DHil "IlfOn auf ^ie H°chzeit nach Lublin gefahren. Er hat geheiratet die Tochter von |^ ^KTP"! V? flÖ^tP '*\ NCTTf,Eidam des R- Mosche Lifers von Brissek in Lithauen. Nach der Hochzeit hatte mein Weib nach Prag reisen müssen, um meine drei Töchter abzuholen: als sie aber nach Wien kam, hatte indes der Feind Prag erobert, so hatte sie müssen in Wien bei meinem Sohne R. Ahron bleiben. Im Jahre 5392 vor Neujahr haben die Vorsteher von Groß-Nemrub lu Russisch-Polen Leute an mich geschickt, daß sie mich nebst p${)||"J 3pJ^ mtt T'SK *n ^er Stadt Lublin als Rabbiner aufnehmen wollen, und haben mir eine Predigt zu halten geboten auf f"Qt^' s*e ^at ihnen sehr wohl gefallen und mich sehr berühmt gemacht. Dienstag nachher habe ich ihnen wieder eine Predigt gehalten, die ebensogut ausgefallen ist; dann bin ich mit meinem Sohn R. Samuel nebst seinem Weib ^pgj*!^ mO Di mit allen seinen Hausleuten nach Nemrub gefahren und daselbst in der Mitte des Monats Cheschwan mit großer Ehre angelangt. Am Tage vor dem Wochenfeste hat der Kaiser die Stadt Prag wieder zurück erobert, und mein Weib ist mit meinem Sohne R. Samuel nach Prag gereist, haben daselbst meine Tochter Dobrisch mit dem Sohne des R. Jakob Bas-Schewa verheiratet. Am 22. Ellul 5393 kam mein Weib wieder zu mir. Die Reise kostete sehr viel, weil die kaiserlichen Länder mit feindlichen Truppen voll waren. In den Pessachfesttagen 5394 haben mich die Vorsteher noch auf •drei Jahre aufgenommen. Am 1. Ijar kam zu mir ein Bote von der Stadt Lodomir, der ersten von den vier Städten im Woliner Lande, und nahmen mich auf drei Jahre zum Rabbiner. Ich reiste zu ihnen am Ende des Monats und wurde von ihnen in Ehren aufgenommen. Im selben Jahre schickten auch die Vorsteher der Stadt Premislau zwei angesehene Männer zu mir und boten mir die Rabbinerstelle auf drei Jahre an: ich bestrebte mich sehr, die Gesetze, welche meine Vorgänger gemacht hatten, nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern sie noch mehr zu befestigen; denn so wie es in den letzten Jahren des zweiten Tempels ging, daß sich Leute die Hohepriesterstelle kauften, die nicht würdig dazu waren, ebenso ging es in diesen Ländern, daß sich Leute bei der hohen Stelle um die Rabbinerstelle bewarben, die diesem Amte gar nicht genug gewachsen

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