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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 440

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 440 (sequence 443)
Language
German
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440 Rabbiner sich zu dieser Strafe nicht bequemen will, so wird man ihn in den ersten Arrest zurückführen, von da aus auf drei öffentliche Orte in Wien führen und auf den bloßen Körper schlagen; dies soll ihm auch in Prag widerfahren, welches für die ganze Judengemeinde nicht wenig Schande sein wird. Die Fürsprecher fielen ihm zu Fuß und sprachen: „Der Kaiser wird keine Unmöglichkeit verlangen." Der Kanzler sagte, man hat mir gesagt er wäre sehr reich, und diese Summe ist der fünfte Teil seines Vermögens; sie sagten: „Euer Gnaden sind mit Lügen berichtet worden." Der Kanzler bestellte sie auf den anderen Morgen und sagte, er wird mit dem Kaiser darüber sprechen. Tags darauf gingen sie wieder hin, so schwur er, daß der Kaiser schon Befehl geben wollte, die Strafe an ihm zu vollziehen, wenn er nicht fußfällig gebeten hätte: „folglich", sagte er, „wollet ihr auf 10.000 Reichstaler eingehen, so werde ich sehen, den Kaiser dazu zu bequemen, wo aber nicht, so wird die Strafe an ihm ohne Verzug vollzogen werden; ohnehin sind die Juden auch in anderen Ländern verpflichtet, für einen solchen Mann einen Beitrag zu leisten." Die Fürsprecher antworteten: „Wir sind vermög unserer Gesetze verbunden, jeden Menschen von so einer Züchtigung zu befreien zu suchen, jedoch nur wenn es unsere Vermögensumstände erlauben." Endlich wurde mir berichtet, daß der Kaiser zu 10.000 Reichstalern eingewilligt hat; ich bat, mir diese Summe in Terminenzahlungen einzuteilen, denn auf einmal kann ich diese Summe unmöglich entrichten. Nach einigen Wochen bekam ich im Gefängnisse den Bescheid, daß ich 2000 fl. gleich, dann nach sechs Wochen 1000 fl., nach sieben Wochen 1000 fl., und dann alle Vierteljahre 1000 fl. zahlen muß, bis die ganze Summe bezahlt sein wird. Gott gedenke zum Guten dem Herrn Vorsteher R. Jakob Bas- Schewa, der mir den ersten Termin mit einem Wechsel von 2000 fl. geschickt hat, die Vornehmen der Stadt Wien steuerten mir 700 fl. bei. dann mein ffl^niö R- Chanoch hat mir geschickt 150 fl., und andere vornehme Männer von Wien leisteten für mich Bürgschaft auf 6075 fl. Der Pfager Vorsteher R. Heni, der mit mir von Prag nach Wien geübrigen 6075 fl. Da meine Verläumder, die Frevler, sahen, daß ihr Anschlag auf mein Leben fehlgeschlagen ist, so suchten sie durch einen angesehenen Mann in Prag beim Kaiser es dahin zu bringen, daß man mir die Rabbinerstelle zu Prag abnehme, und brachten es zu Stande, als ich noch im Gefängnisse war. zogen ist und mein R. Wolf Salwis leisteten Bürgschaft auf die

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