Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 435 (sequence 438)
- Language
- German
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435 III. Wortlaut der Megillath Ebah in der Übersetzung von Seligmann Kisclt Am Dienstag den 4. des Monats Tamus 5389 wandte sich das Gluck von mir um, wie ein Rad, das Unglück trat an dessen Stelle und verfolgte mich. Wenn ich Alles schreiben wollte, wie es mir ergangen ist, so ist alles Papier nicht genug; daher will ich nur Alles in kurzem erzählen, damit daß meine Kinder und die Kindeskinder meiner Nachkommen, bis der Erlöser kommen wird, daran gedenken sollen und sich ein Beispiel nehmen, und merken, daß Gott das Glück auf verschiedene Art umkehren kann: aber nicht denken soll, daß das Glück ewig währt, und sich nicht einst ändern könne, wie unsere Weisen geschrieben habca: ]7]3j;,T,£r[ |£ t^XTin das heißt, glaube nicht, daß du dem Unglück ausweichen kannst, wenn es vom Ewigen bestimmt ist- Auch wenn der Mensch auf dem höchsten Gipfel des Glückes steht, darf er dies nicht glauben. Ich wohnte durch 28 Jahre in der Stadt Prag in meinem eigenen sehr bequemen Hause, ruhig und zufrieden, ich hatte mit Hilfe Gottes viel Barschaft, Wirtschaft, Silber und Gold, auch viele Bücher; ich wurde zum Oberjuristen daselbst erwählt, hatte viele einheimische und fremde Schüler, die ich täglich unterrichtete, und von welchen ich vielen auf meine eigenen Kosten, Unterstützung und Kost gab. Alte meine Zimmer waren voll der Studierenden. Der Ewige teilte mir auch das Glück zu, daß ich viele Werke verfaßte, nämlich eine Erklärung über cSiy m^ni' nnd ein Werk ]T2n fWHC? welches eine Erklärung* über den Bau des Tempels ist, dergleichen ein Werk C^ID 2*© Erklärung auf das Buch ^HS' *cn noch nicht in den Druck gegeben habe. Diese drei Bücher habe ich in meiner Jugend verfaßt. Hernach hat mir Gott geholfen, daß ich verfaßt habe das Werk 2it3 cv mßöifi auf aI1<> *ec*ns Teile m^trü2' dann das Werk *|Sö TJlJJIÜ au^ "It^K l^UT lcn wm'de aDer von den jüdischen Einwohnern Prags ohne mein Verschulden verfolgt. Gott, gelobt sei er, ist mein Zeuge, daß ich Niemanden in meinem Leben beleidiget, noch die zu mir kommenden Parteien vors Gericht, falsch gerichtet hätte. Zwar tröstete ich mich mit den Gedanken, daß es auch dem König David, seligen Andenkens, mit dem ich mich zwar nicht vergleiche, nicht besser ging, er hatte trotz seiner Frömmigkeit und Rechtschaffenheit Feinde in Menge.