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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 411

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 411 (sequence 415)
Language
German
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411 au den Ort meiner Ruhe bringen; ihr Verdienst wird mich beschützen. Darum gebe ich ihnen bekannt, was sie thun sollen. Das erste ist: 1. An meinen Sohn den Rabbiner6) Josef,7) sein Licht leuchte,8) stelle ich die Bitte, daß er im Jahre des Absterbens die sechs Mischnaordnungen „lerne"9) und am Schlüsse des Trauerjahres, am ersten Jahrzeitstage bringe er den Traktat Ukzin (letzter Traktat der 6. Ordnung) zum Abschlüsse. Nach jedem „Lernen"10) bete er das „Jehi razaun"11) für das Seelenheil des Verstorbenen, wie es vorgeschrieben. An jedem Sabbatausgange nach der Habdala12) im Laufe des Trauerjahres soll er ein Torawort (gelehrte Abhandlung, deren Autor er ist), mit welchem mich Gott begnadete, citieren, es sei welcher Art immer, bemerke aber dabei ausdrücklich: Dieses gelehrte Wort hat meinen Vater Jakob Zebi, geboren (— der Sohn) von Chana zum Verfasser, seine Seele sei verbunden mit dem Bunde ewigen Lebens.13) Dann lerne er 7 Mischnot, die mit den Buchstaben meines Namens beginnen. „J", „Jesch nochlin" im Traktate Baba Batra; „A(jin"), „AI hasikin" im Traktate Berachot; „K", „Kowru es hames" in demselben Traktate; „B", Berasche Chadaschim" Schluß des Traktates Moed Katan; „Z", „Zebi schenichnat", Traktat Sabbat; „B", „Ben he he", Traktat Abot; „J", „Jörn echad", Traktat Chulin. Dann spreche er: „Er ist gnädig, verzeihe der Sünde"14) der Seele meines Vaters Jakob Zebi, durch das Verdienst des Mischnalernens, deren Anfangsbuchstaben den Buchstaben seines Namens entsprechen, sei seine Seele verbunden mit dem Bunde ewigen Lebens.15) Mein Sohn16) Jizchak Simon bete an jedem Sabbatausgange während des ganzen Trauerjahres entsprechend den Buchstaben meines Namens, die gleichen Buchstaben im „Achtvers" des Psalmbuches17) (Kap. 119). Mein gelehrter Sohn18) Mose Lob, sein Licht leuchte,19) thue gleich einem seiner Brüder, je nachdem es seine freie Zeit erlaubt. Alle sollen nachher ausdrücklich sagen: „Er ist gnädig, verzeihe der Sünde" der Seele meines Vaters etc., hernach sollen sie Psalm 91 bis zum Schlüsse beten. Meine übrigen Kinder (Töchter) mögen — wie schön und gut wäre dies — wenn sie an jedem Sabbatausgange irgend ein gutes Werk, meiner Seele zum Verdienste, üben könnten. Gebieten kann ich ihnen dieses nicht, stehen sie ja unter der Botmäßigkeit ihrer Ehemänner, allein ich vertraue auf deren Güte und hoffe, daß sie es ihnen nicht verbieten werden. 2. Bei meinem Begräbnisse sollen 4 fl. 44 kr. (1 fl. Conventionsmünze 60 kr.), dem Zahlenwerte meines Namens Jakob Zebi 284 entsprechend, an jüdische Arme verteilt werden. Die Verteilung werde nach der Reihenfolge der Buchstaben meines Namens 10, 70, 100, 2, 90, 2, 10 vollzogen und bei jeder einzelnen Verteilung werde bemerkt: „Zur Versöhnung des Verstorbenen für den Buchstaben X seines Namens."

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