Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 407

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 407 (sequence 411)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2644300-2644301--0412-2644753
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

407 mal am Tischobeaw die Thoravorlesungen hören. Erst in Kigow nach 2 Monaten hörten sie wieder die Thoravorlesung. Die 38 Familien waren auf 160 Personen zusammengeschmolzen. Nach 4 Monaten langten sie in Schernobil an, wo sie nicht die versprochene gute Aufnahme fanden, weil sie nicht die erwarteten Schätze mitgebracht hatten. Nach 3 Jahren wurde die Verbannung widerrufen. Viele zogen zurück, auch ich un i die Meinigen. Am Vortage des Neumondes Marchcschwan 1334 kamen wir zurück. Die Rückreise dauerte nur 2 Monate. Nr. 127. Die Vorsteher der Prager und der Landesjudenschaft verbieten erbeutete Sachen von den Taboriten-Separatisten zu kaufen, sich bei ihnen aufzuhalten oder sie auf ihren Zügen zu begleiten. Nr. 128. Der Kunsterfahrene Samuel Buda wird auf allerhöchsten Befehl zum obersten Dirigenten der Münze ernannt; er ist der erste Jude, der dieses Amt bekleidet. Nr. 129. Jüdische Hebammen sollen, wegen der daraus entstehen könnenden Folgen, womöglich Christinnen nicht beistehen. Nr. 130. Besuch seiner Majestät bei dem Hochzeitsmahl des Münzmeisters Samuel Aschkenasi mit einem Gefolge von 64 Personen, wo er 4 Stunden verblieb. Daran schließt ein 14zeiliges Gedicht ganz nach dem Vers und der Reimart des Originals. Nr. 131. Reimerei in 17 Strophen; jede Strophe ä 4 Zeilen, von denen 1 und 2, 3 und 4 reimen. Es behandelt die Tat eines Wüstlings, der Lea, die Tochter Simons, weil er sich nicht ihrer bemächtigten konnte, mit ihrem ganzen Hause verbrannte, wobei auch ihre Eltern und Geschwister den Tod in den Flammen fanden. Nr. 132. Seine Majestät, der Landesregent, wohnte Montag mit 15 Personen des Hofstaates einer Beschneidung in der Synagoge bei und war sichtlich verstimmt über die Schmerzen des Kindes, macht ihm aber ein Geschenk. Nr. 134. In hohem Alter verschied der Künstler Samuel Sohn des Jomtob Vigeles, der als Autodidakt ein großer Künstler geworden. Die Säulen- und Tabernakelverzierungen der Spitalssynagoge stammen von ihm. Er bildete den Tempel Salomos aus einem Marmorblock, von ihm stammt das auf dem kleinen Gottesacker befindliche Grabmal des Rabbi Samuel aus Kandia. Hätte er allen Arbeits-Anträgen jeder Art stattgegeben, so hätte man seine Kunstwerke mit Silber aufgewogen. 264. Nr. 134. Das Verbot, Handwerke zu betreiben, bezieht sich nur auf Arbeit für Christen, für Juden dürfen die jüdischen Handwerker alles verfertigen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.