Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 403 (sequence 407)
- Language
- German
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403 Nr. 93. 1473 Bericht über die verheerende Pest, £egan die alle Mittel zwecklos sind. Nicht einmal Amulette — Kameoth — wirken. *fmm den 7 Gemeindevorstehern starben 5, manche Familie ist ganz ausgestorben, in mancher Synagoge nur 20 Mitglieder übriggeblieben. Nr. 94. Ein Edelherr N. N. schickt zu den Gemeindevorsteher Samuel Will, er möge ihm die sehr alte Judenchronik auf einige Zeit leihen. Nachdem dieser einige vielleicht Anstoß erregende Stellen beseitigt hatte, schickte er sie dem Edelherren. Ich Schreiber dss. Samuel ben Jesaia hakohen, habe diese Chronik nie gesehen, aber mein Schwiegervater Mosche Ramschak hat Bruchstücke davon gesehen, sie enthält viel Interessantes, so von der fürchterlichen Pest vor ca. 180, Vereinigung der 3 Prager Judengemeinde, Brand der Judenstadt, Gründung der Altneuschul, die Waffenhilfe der Juden an die Landesregenten, die Verfolgungen 1052—1096. Nr. 95. 1601. Unter den aus dem gelobten Lande gekommenen Sammlern der gewöhnlichen milden Beiträge, war auch ein schwarzer Jude; man konnte aber nicht dahinter kommen, ob es im Negerlande Juden gibt, oder ob vielleicht der Vater des Negers das Judentum angenommen habe. Nr. 96. Grabsteine wurden zu 'Schanzbauten verwendet; die Nachkommen des Gelehrten N. N. retteten seinen Grabstein und ließen ihn in der Vorhalle der alten Synagoge einmauern. Das jüdische Konsistorium — Beth Düi — forderte die Vorsteher der Synagoge auf, diesen Stein entfernen zu lassen, da auch Mißbräuche entflehen können. 1623. Nr. 97. Ein getaufter Jude (Naftali Kinspurg aus Budweis) wurde vermißt; die Juden werden beschuldigt, die sämtlichen dortigen Gemeindevorsteher (drei) werden lange gefangen gehalten und gefoltert, bis mehrere gefangene Räuber gestehen den Exjuden bei N. (S. K. R. Z.) ermordet zu haben. Nr. 98. Beim Graben eines Graben wurde ein Holzbehältnis mit 13 Thorarollen prächtig geschmückt, davon 3 ganz unversehrt, gefunden. Sie wurden zugunsten des Friedhofes verkauft. Wahrscheinlich stammten sie aus der Zeit einer Verbannung. 413. Nr. 99. Der Sohn eines berüchtigten Denunzianten führt Prozeß wegen der entehrenden Aufschrift auf dem Grabsteine seines Vaters; am Erfolg hindert ihn seine Unwissenheit. 491. Nr. 100. Es wird angeordnet, daß zwei der wegen Steuerrückständen versiegelten Synagogen wieder eröffnet wurden, da alle ihre Besucher die Steuern gezahlt haben. Nr. 101. Zufolge hoher Verordnung müssen alle Fenster von Judenhäusern gegenüber Kirchen zugemauert werden.