Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 396 (sequence 400)
- Language
- German
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396 Nr. 32. Bericht über das unbezweiflich schnelle Wachstum der Barthaare des hier anwesend gewesenen Moses Models aus Sobieslau. Nr. 33. Bericht über die Gründung einer hebräischen Buchdruckerei in Prag durch Rabbi Salomo Barotti, der das Geld dazu hergab unter Mitwirkung der Kunstverständigen Herren Schütz und Dohmer. Das erste Buch, das gedruckt wurde, sind die Fragen und Antworten des hochseligen Rabbi Jona; am ersten Tage wurden 60 Pergamentblätter des Werkes fertiggestellt. Nr. 34. Viele aus Ungarn stammende Juden tragen trotz mehrfacher Mahnungen immer noch die türkische Tracht. Sie werden aufgefordert, binnen 14 Tagen sie abzulegen bei sonstiger Verhaftung, zumal bei dem jetzigen Kriege unseres Regenten mit der Pforte Mißdeutungen entstehen könnten, wie jüngst, wo nur durch den Schutz der Behörden die verderblichen Folgen für die Gemeinde unterblieben. Nr. 35. Verordnung gegen den Unfug auch verheirateter Personen beiderlei Geschlechtes, am Sabbat und an Festtagen sich außerhalb der Stadt oder in entlegenen Straßen zu Tanz, Musik und Saufgelagen zahlreich zu versammeln. Prager Rabbinatbehörde, den 12. Tewes. Nr. 36. An die Synagogsvorsteher in Linz. Vorhaltungen, daß sie den ehrwürdigen Greis Nathan Chalfan aus Aquileja bei Ofen am letzten Versöhnungstage, weil er im Sterbekleid erschien, nicht zur Thora aufrufen wollten. Sie sollen auch ihrem Religionsvorsteher — more zedek —, der bei dieser Gelegenheit nach Recht und Billigkeit handelte, Abbitte tun. Nr. 37. Gegen den Aberglauben, besonders bei Krankheiten ein Tier, Vogel oder Fisch zu nehmen und darüber eine Bannungsformel zu sprechen, die endet mit den Worten: sei geweiht dem Tode anstatt meines Sohnes N. N. Von seiten der Rabbinatsbehörde 1592. Nr. 38. Mahnung besonders an die Frauen, die jüdischen Dienstboten menschlich zu behandeln, da dies ja auch Nichtjuden gegenüber geboten ist. 26. Elul. Nr. 39. Gegen Tierquälerei und zweckloses Töten von Tieren. Nr. 40. Bericht über die Wegnahme der tausendjährigen Monumente der drei hiesigen Friedhöfe anläßlich einer Belagerung, darunter des Mausoleums des mit dem Vertrauen des Regenten beehrten Juda Sohn des Josef halevi, des hochgelehrten Rabbi Samuel Carcasson. Nr. 41. Beschreibung eines Bücherraubes. Am Versöhnungstage besetzten Geistliche und Bewaffnete alle Synagogen und Judenwohnungen, nehmen alle hebräischen Bücher weg, sprengen die Kästen in den Unterrichtsh^allen — böte midrasch — und nehmen selbst die Bücher