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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 391

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 391 (sequence 395)
Language
German
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391 ratur als in der hebräischen, bei den Frommen beliebt als Enkel seines großen Ahnen und allgemein gebildeter Hebraist, bei den Jüngern der Aufklärung nicht minder. Er hat eine Zahl kleinerer Schriften verfaßt. 1812 erschien „Koroth schenoth kedem", die Anfänge der römischen Geschichte mit einer sehr warmen Approbation Eleasar Fleckeies. 1813 erschienen „Epigramme und kleine Gedichte", die er im Alter von 16—17 Jahren verfaßt hat, im selben Jahre erscheint „Geist des Judentums", frei bearbeitet nach dem hebräischen (des El. Fleckeies), 1814 veröffentlicht er ein „Historisches Taschenb. für Israeliten und Israelitinnen auf d. J. 1814" mit Aufsätzen über die Juden in der Barbarei, Uriel Akosta usw. Im Anhange verspricht er eine Fortsetzung seiner Koroth schenoth kedem, wenn sich 300 Pränumeranten finden, zum Preise per 1 fl. W.-W. pro Band. Im selben Jahre erscheint „Ein Wort über die heutigen Juden." 1817 erscheint unter dem Titel „Tolddoth Jeschurun" eine Geschichte der Juden in Mauretanien, die eine für die damalige Zeit außerordentlich reiche Literatur kritisch verarbeitet. 1820 gibt er unter dem Titel „Memorabilien menschlicher Leiden", drei historische Anekdoten heraus, die bereits einzeln in verschiedenen Zeitschriften erschienen waren. 1821 erscheint seine deutsche Übersetzung der patriotischen Predigt Eleasar Fleckeies, 1823 das erste (einzige) Bändchen seines „Archivs für Gegenstände des Mosaismus, seine Bekenner betreffend." Aus diesen Veröffentlichungen sieht man, daß Fischer ein historisch außerordentlich interessierter Mann war. Er mußte es wohl schwer empfinden, daß gerade die Geschichte seiner Vaterstadt in so tiefes Dunkel gehüllt war. Gewiß waren ihm die betreffenden Stellen bei Cosmas und Hajek, gewiß die alte Formel „Mezigradi" bekannt, die er vielleicht mit seinem Nachfahren Podiebrad für Wyschehrad hielt, jedenfalls aber für einen dritten Siedlungsort der Juden. Dazu kam, daß während die Prager Juden seiner Zeit ausschließlich deutsch sprachen, noch die Tradition von dem sefardischen Ritus der Altschul, die von den Juden für älter als die Altneuschul angesehen wurde, bestand, des weiteren sich noch bis tief ins 19. Jahrh. Reste tschechischen Sprachgebrauchs der Prager Juden in ihrem öffentlichen Leben erhalten hatten. Aus diesen Elementen mag sich Fischer die Geschichte der Prager jüdischen Gemeinde rekonstruiert haben, drei Gemeinden nach Sprache und Landsmannschaft geschieden, in verschiedenen Stadtteilen. Diese ihm wohl feststehenden Tatsachen wollte er erhärten, indem er ihnen in seiner Chronik den geschichtlichen Zeugen beschaffte. Fischer war aber auch ein Mann der Aufklärung, er nennt sich frei von Vorurteil und Aberglauben (ein Wort über die heutigen Ju-

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