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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 387

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 387 (sequence 391)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644301--0392-2644733
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387 einen Tag gewütet und 38 Menschenopfer gefordert hat, von den Chronisten nicht wenigstens erwähnt wird. Nr. 8. In diesem Jahre waren an vielen Orten Judenverfolgungen. Am stärksten wurden heimgesucht die Städte____die Flecken____In Prag stellten die Edelherren des Landes Wachen für die Juden auf. 1. Im Judenviertel diesseits des Stromes a) in dem Hause des Herrn Pinkas Borges unweit des Spitals; b) auf dem Badeplatz; c) bei der alten Synagoge zwischen dem Teiche und der Armenbäckerei. 2. Im Juden viertel jenseits des Stromes a) im Hause des Herrn Bunem auf dem Fleischmarkte; b) im Hause der Wechslerin Sibilla. 3. Im Judenviertel am Berge a) beim Schmied; b) beim kleineren Mauthause. An diesem Berichte ist vor allem merkwürdig die Ungenauigkeit, mit der das Jahr, die Namen der meist heimgesuchten Orte weggelassen werden, während die Wachplätze innerhalb der nur bedrohtfn Judenstadt so genau angegeben werden. Gleichzeitiger Bestand von drei Judenvierteln wird nur in dieser Chronik erwähnt, es ist ganz ausgeschlossen, daß sie überhaupt bestanden, geschweige denn in so großer Ausdehnung. Im Übrigen weist schon der Name Borges in so früher Zeit auf die Fälschung hin. Nr. 9. Ein dithyrambischer Bericht über eine Audienz bei der „geheiligten Person unseres angebeteten Monarchen." Aus dem Frage- und Antwortspiel seien hervorgehoben. Auf die Frage des Königs, warum von 11 Vorstehern nur 5 erschienen seien, antworten die Vorsteher, einer sei verreist, zwei verstehen nur böhmisch, die übrigen seien anderweitig verhindert. Die Seelenanzahl geben sie mit 23—25.000 an, weil am Laubhüttenfest 240 Granatäpfel ausgeteilt wurden, und immer ungefähr 100 einen benützen. Die Zahl der Armen wird dadurch festgestellt, daß am Osterfest jeder Arme 2 Tisas Reis bekommt, und 13.000 Tisas Reis verteilt wurden. Angefügt ist die Bemerkung, daß König Wladislaw 1497 in Prag war und der Audienzgeber ist. Zu bemerken ist vor allem, daß die Beteiligung der Juden beim Empfang Wladislaws von anderen Chronisten verzeichnet wird, die Audienz aber nicht. Weiters ist sonderbar, daß gerade das Fehlen zweier nur böhmisch sprechender Juden motiviert wird, während die anderen 4 fehlenden eben verreist oder verhindert sind. Weiters ist es unmöglich, daß eine so allgemein verbreitete, in die Praxis so ein-

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