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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 386

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 386 (sequence 390)
Language
German
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IRI
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386 Aus dem Hebräischen übersetzt. Das ist der Titel der von Fischer übersetzten Predigt Eleasar Fleckeles (vgl. Lieben, R. Eleasar Fleckeies, S. 3), damit ist aber auch die Zeit der Niederschrift der Chronik gegeben, frühestens 1820. Die 43 datierten Stücke verteilen sich auf folgende Jahre: 1271 1504 1592 1641 1329 1512 1601 1641 1390 1513 1602 1650 1391 1519 1603 1664 1417 1529 1603 1680 1441 1539 1603 1687 1473 1547 1613 1704 1479 1551 1623 1731 1481 1553 1632 1743 1497 1554 1633 1498 1557 1561 1634 Sachliches. Einer Prüfung des Inhaltes unserer Chronik stellen sich vor allem Schwierigkeiten entgegen, weil die Jahreszahlen äußerst spärlich, die Personen und Ortsnamen noch spärlicher angegeben sind. Wir wollen es versuchen, an der Hand einzelner Stücke zu zeigen, daß unsere Chronik ein Werk späterer Zeit ist, daß sie entstanden sein mag zur Zeit ihres Auftauchens, etwa um 1820. Die Beweisführung soll in der Richtung erfolgen, daß die innere oder äußere Unhaltbarkeit einzelner Stücke nachgewiesen wird und im Anschluß davon die Frage nach dem Zwecke einer solchen Fälschung beantwortet werden. Nr. 1 berichtet von einem Brande am Freitag abends des Chanukafestes 1417, der an mehreren Stellen zugleich begonnen hatte. Es verbrannten dabei das Rathaus der spanischen und das der deutschen Juden, die Althof-, die spanische-, die Vorsteher-, die Goldschmieds- und die Spitalssynagoge. Dieser Bericht hat soviel an UnwahrscheinJichkeiten, daß man ihn glatt als erfunden bezeichnen kann. Ein jüdisches Rathaus und noch dazu eines der spanischen und eines der deutschen Juden sind völlig unbekannt, desgleichen all die angeführten Synagogen, von denen nur die „Althof" an die Altschul erinnert. Die Erinnerung an eine der Baulichkeiten hätte sich doch irgendwie erhalten müssen. Ganz unglaublich ist auch die Anwesenheit einer so großen Zahl spanischer Juden in Prag i. J. 1417, zu einer Zeit, wo sie nicht im mindesten an Auswanderung nach so fernen Ländern dachten. Nicht minder auffällig ist es, daß ein so großer Brand, der eine Nacht und

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