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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 381

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 381 (sequence 385)
Language
German
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381 Altneuschule am Tempelweihfest Chanuka wieder in Tätigkeit gesetzt, hingegen die der (unleserlich) Synagoge, wegen erlittener Schadhaftigkeit, nicht mehr ausgebessert werden konnte. Ramsch.-Chronik 45: Gleichwohl finden wir schon im J. 1441 portugiesische ofler lusitanische Juden als abgesonderte Colonie in Prag, gegen deren Vorsteherwahl die böhmische wie deutsche Judenschaft bei der Regierung darum Protest einlegte, weil der Gewählte, als Portugiese keiner der beiden Landessprachen vollkommen mächtig war. (S. 155.) Ramsch.-Chronik Nr. 9 finden wir ebenso in etwas späterer Zeit, unter den 11 jüdischen Vorstehern, deren Ausschuß sich dem böhmischen Könige vorstellte, die Namen Josef Neapolis, Abraham Paduensis, welche als Vertreter der jüdischen Colonisten italienischer Nationalität erschienen waren. (S. 155.) Ramsch.-Chronik Nr. 68 weiß von einem kostbaren Vorhange, Geschenk des Rabbi Mordechai Speier aus Worms vom Jahre 1227, dessen reiche Ausstattung, die Bewunderung des Königs Vladislaus bei seinem Besuche dieser Synagoge zu Pfingsten 1448 erregte. (S. loG.) III. Ergebnisse. Aus dem Vorstehenden ergibt sich Folgendes: 1822 wird unsere Chronik noch gewissermaßen anonym zitiert, — Peter Beer nennt sie eine „uralte Prager Chronik", — von 1828 als Wallersteinsche Judenchronik, bis sie dann seit 1870 von Podiebrad den Namen „Rabbi Moses Ramschak'sche Chronik der Prager Judengemeinde" erhält. Nach Jeiteles ist die ursprüngliche Sprache der Chronik, aus der Fischer sie übersetzt hat, teils die jüdisch-deutsche, teils die rabbinische; genauer bezeichnet Schottky (nach Fischers Mitteilungen) die Chronik als in der talmudisch-rabbinischen Sprache verfaßt, mit Ausnahme der Verordnungen der Landes- und Ortsbehörden, welche in jüdisch-deutschem Idiom erscheinen. Wehli wieder erscheint die Chronik aus dem Hebräischen übersetzt, während Podiebrad in seiner Handschrift die von einem Literaten Markus Fischer gemachten Auszüge der Chronik sieht, Kisch läßt das Original gar tschechisch abgefaßt sein. Aber darin sind alle einig, daß Markus Fischer der Übersetzer der Chronik und damit wohl der Autor der Handschrift ist, einig auch darin, daß sie außer dem Exemplare Fischers kein anderes erwähnen. Beobachtenswert ist auch die steigende Wertschätzung der Chronik, 1822 noch eine uralte Prager Chronik, ist sie 1828 bei Jeiteles eine ebenso seltene als merkwürdige Chronik und im selben Jahre für Schottky bereits „bei den böhmischen Juden ziemlich allgemein

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