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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 379

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 379 (sequence 383)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644301--0384-2644725
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379 anderer hiezugekommenen Befürchtungen wurde von sämmtlichen Gemeinden Prags der Beschluß gefast und zwar von der Gemeinde jenseits des Stromes, wie von der unweit des Wyschehrads, sich mit der Gemeinde diesseits des Stromes (Altstadt) zu vereinigen, welches um so leichter ausführbar war, als nach den Verheerungen, welche die Seuche anrichtete, hier Raum genug für alle wurde. (S. 132.) Rams.-Schronik Nr. 40: Unsere Stadt (im Jahre unleserlich) war vom Feinde, die schon einige entfernte Außenwerke genommen hatte, hart bedrängt, mußte neue Bollwerke, neue Wälle aufrichten; weil aber jede Zufuhr abgeschnitten war, fehlte es am Material. Viele alte Häuser wurden abgebrochen, die gewonnenen Stoffe aber reichten dennoch nicht aus; so erfolgte die von der Notlage abgedrungene Verordnung, die Grabsteine aller hier befindlichen drei jüdischen Friedhöfe zum Baue der Wasserschanze unverzüglich zu verwenden. Die drohende Feindesgefahr machte jede Schonung, jede Rücksicht auf Altertum, Kunst oder Verdienst unmöglich; und so mußten wir selbst Hand anlegen, mußten die Gräber unserer Väter aufwühlen, die tausendjährigen, kostbaren Denkmäler der Vorzeit, teuer allen hiesigen Einwohnern, teuer dem ganzen Lande, dem Machtgebote der Not opfern. So ging auch das herrliche, kunstvolle Mausoleum des Jehuda Sohn des Josef Halewy, dieses mit dem Vertrauen des Monarchen beehrten und vom ganzen Lande hochgeehrten Herrn, dann des seiner Gelehrsamkeit, Tugend und Frömmigkeit halber berühmten Rabbi Samuel Carcasson verloren. Ach, wir finden die Ruhestätten unserer Väter nicht mehr, können mit unseren Tränen nicht mehr ihre stillen Gräber benetzen, nicht bei ihrer Asche unser kummerbeladenes Herz erleichtern. (S. 113.) Nr. 9 der Ramsch.-Chronik berichtet weitläufig über eine Audienz der Prager Judenvorsteher bei einem böhmischen Könige. Wir vermögen weder Namen des Audienzgebers noch Datum zu ermitteln. Die oft geäußerte Meinung, daß es König Vladislav II. gewesen sei, stimmt nicht mit den Umständen, die über die Familie des Königs daselbst angeführt werden. Wir entnehmen dieser Erzählung bloß die von dem Vorstande vorgebrachte Entschuldigung, daß derselbe darum von dem Monarchen nicht vollzählig erscheinen konnte, weil mehrere Vorstandsglieder, die ausschließlich tschechisch sprachen, sich an dieser, in deutscher Sprache geführten Audienz, nicht beteiligen konnten. Dieses Factum datiert jedenfalls in der Zeit, als in Prag noch nach Nationalitäten gesonderte italienische, (levantinische) deutsche und tschechische Judengmeinden bestanden. Man erkennt in den dort genannten Vorstehern: Josef Neapolis, Abraham Josef Padua, Samuel Jerusalem die Vertreter der levantinisch-italienischen, in Joachim Minkes den der deutschen Gemeinde; weswegen die auffallende NichtVertretung der

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