Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 377 (sequence 381)
- Language
- German
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377 nur ungefähr noch zehn Häuser von den Flammen verschont geblieben. Ingleichen erzählte er aus der Chronik von der tätigen Mithilfe, welche die Juden zu verschiedenen Malen unseren Landesregenten, Gott erhalte sie, gegen die Feinde, geleistet haben, sowie auch von den grausamen und fast beispiellosen Verfolgungen, welche unser Volk in den Jahren 812—852 und 856—1096 erlitten haben, was Alles in der Chronik sehr umständlich und genau beschrieben gewesen ist.7) Derselbe in Ben Chananja 1861 S. 237: In meiner in diesem Blatte bereits besprochenen kleinen Chronik*) kommt ein Regierungsdekret vor, worin die Frage ventiliert wird, ob ein Mitglied der sefardischen Gemeinde Gemeindevorsteher werden dürfe. Podiebrad in seinen Altertümern zitiert folgende Stellen: ... so erzählen die noch vorhandenen Rechte der Ramsch.-Chronik Nr. 41 ganz umständlich, eine in Prag von der Geistlichkeit unter militärischer Assistenz vollzogene Beschlagnahme aller bei Juden vorhanden gewesenen Papiere, Pergamente, Bücher und Schriften, in welche unter anderen wertvollen Vermächtnissen auch die an seltenen Werken und Handschriften reichen zwei Bibliotheken, die des Landesnotars Rabbi Samuel sowie Doktors Rabbi Gedalia mit einbezogen wurden. (S. 27.) Ramschaksche Chron. 42 beklagt das Unglück, welches sich im Eisenhammer zu Oberamberg (?) zutrug, wobei 9 Judenarbeiter verbrannten. (S. 127.) Daselbst 126: Im kgl. Münzamte zu Prag wurden die jüdischen Arbeiter erst aus Anlaß des allgemeinen Judenausweisungsediktes entlassen. (S. 127.) Daselbst 133: Bildhauer Samuel Jomtof Vigales (im 15. Jahrh.) stand bei dem kunstliebenden Adel in solchem Ansehen, daß selten bei hohen Personen seine Erzeugnisse fehlten und die Arbeit seines Meiseis bald mit Silber aufgewogen wurde. (S. 127.) Daselbst 86: Das Rabbinat zu Prag verordnet im 14. Jahrh., daß die jüdischen Moldauschiffer schon nach dem Vespergebete am Sabbatvorabende ihr Geschäft einstellen, und solches an diejenigen christlichen Stellvertreter zu übergeben haben, die für sie am Sabbat und Feiertagen eintreten. (S. 127.) 7) Über die Verfolgung von 1096 Wieners Emek habacha S. 159. Amn. 54. Die Verfolgung 1052 (eigentlich 1053) finde ich in hebr. Quellen nicht erwähnt; in Hajecks böhmischer Chronik ist von derselben die Rede. S. Herrmanns Gesch. S. 20, Anm. 2. *) Ich bin jetzt in der Lage über die kleine Chronik näheren Aufschluß zu geben, wenn die Red. d. Bl. den Raum dazu gestattet. (Ich bitte Sie sehr angelegentlich um diesen Aufschluß und um die Forts, der Mitteilungen aus der höchst interessanten Chronik. Red.) 25