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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 375

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 375 (sequence 379)
Language
German
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375 Vorsteher bei einer Audienz über die Anzahl ihrer Armen befragte, und sie ihm diese Zahl bestimmt angaben, fragte er sie, woher sie solches mit Gewißheit tun könnten; darauf antworteten sie: daß sie zu dem Osterfeste eine gewisse Anzahl Tikten (ein altböhmisches Maß oder Gewicht) Reis verteilten und darnach die Zahl der Armen berechneten". (S. 319.) (Beers Geschichte der religiösen Sekten der Juden Band I, Seite 335.) Das bei M. W. Jeiteles zitierte Dekret de dato 12. August 1513 ganz. Der bei Jeiteles fehlende Teil lautet: Andererseits haben wieder die Juden dasjenige zu entrichten, was ihnen bis jetzt für die Gestattung ihrer Gottesäcker zu erlegen vorgeschrieben ist; ferner soll ihnen nur zur Nachtzeit erlaubt sein, ihre Todten dahin zu bringen, welches überdies nie Sonntagsnacht geschehen darf; ferner soll, wie dies bei ihnen gebräuchlich ist, niemand mit einer brennenden Kerze vom schwarzem Wachse der Leichenbahre vorausschreiten und keiner mit der Kopfbedeckung der Verstorbenen oder mit einem Buche vor der Leiche gehen. Nicht minder sollen, wenn mehrere Leichen zu gleicher Zeit zu begraben sind, sie nicht zu verschiedenen malen, sondern immer zu gleicher Zeit dahin gebracht werden." (S. 359.) Daß sich früherhin in den Prager Synagogen, besonders in der Spitalssynagoge, Glasmalereien befanden, erhellt aus der Wallersteinschen Chronik, worin bemerkt wird: ein hochgeachteter Edelmann habe ihre Vorsteher wiederholt ersucht, ihm jene gemalten Glasfenster gegen hinlängliche Entschädigung zukommen zu lassen. Man erfüllte seinen Wunsch und der Empfänger ließ jetzt außerdem noch die beiden baufälligen Stiegen der Synagoge wieder herstellen." Ernst Wehli in Ben Chananjah 1861, S. 93: Nr. 94. Die Altneu- Synagoge. Vorigen Dienstag schickte der sehr hochansehnliche und sehr verehrliche Edelherr N. N. zu dem Gemeindevorsteher Samuel Will und ließ ihm sagen, er habe gehört, daß er (Will) im Besitze einer sehr alten jüdischen Chronik sei, die in vieler Hinsicht sehr merkwürdig sein soll; er ließe ihn daher ersuchen, ihm dieselbe auf einige Zeit zu leihen um sie mit Hilfe eines Fachkenners durchgehen zu können. Nachdem nun der genannte Vorsteher Samuel Will die Chronik mit Zuziehung einiger verständiger Personen durchgegangen war, und nichts Anstößiges darin gefunden hatte, schickte er dieselbe dem obgenannten Edelherrn. Mir Samuel ben Jesaias hakohen, Schreib, dieses1) ist zwar diese Chronik nie zu Gesichte gekommen, und es ist möglich, daß der Strom der sturmbewegten Zeiten auch sie verschlungen habe. Allein nach der Versicherung meines sei. Schwiegervaters R. Moses Ram- *) vielleicht auch Schreiber aller 3 Bücher.

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