Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 371 (sequence 375)
- Language
- German
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371 eine Menge von Dingen, die auch für die christlichen Bewohner dieses weitläufigen Königreiches vom höchsten Interesse seyn dürften; indem darin nicht Weniges aus den Zeiten des unseligen Hussitenkrieges etc. etc. vorkommt, das sich schwerlich in einem andern die Geschichte Böhmens betreffenden Werke findet. Die Sprache darin ist die sogenannte talmudisch-rabbinische, mit Ausnahme der Verordnungen der Landes¬ und Ortsbehörden, welche letztere im jüdisch-deutschen Idiome erscheinen. (Bemerkung, welche der Verfasser Herrn Markus Fischer zu verdanken hat)." S. 362 „Ihre (der Wallensteinschen Chronik) merkwürdigsten Artikel wurden von Herrn Marcus Fischer aus dem Hebräischen übersetzt und sollen von dem Verfasser dieses Werkes dem Publikum übergeben werden." Ernst Wehli in Ben Chananjah 1861. Nr. 11, S. 93: „ . . . Ich bin in der Lage, aus einem die Geschichte der Prager Gemeinde betreffenden Manuskripte Auszüge zu machen, und dieselben den Lesern d. Bl. vorzulegen. Das Manuskript, das den sei. Steueramts-Sekretär Markus Fischer zum Verfasser hat und mir von dessen Neffen, dem Kassa-Oüfizial Herrn Wolf Winer mitgeteilt wurde, besteht aus drei Büchern. Die darin enthaltenen Daten Gemeinde- und Rabbinats-Dekrete, die in der Regel gemeinschaftlich unterschrieben sind, — scheinen aus dem Hebräischen übersetzt zu sein. Chronologische Bestimmungen fehlen ganz; jedes Faktum ist mit einer Nummer bezeichnet. Ich werde daher diese Analekten nicht nach ihrer Reihenfolge mitteilen, sondern nach Maßgabe des Interesses, das sie einzuflößen geeignet sind, auf einander folgen lassen." David J. Podiebrad in der Vorrede zur 3. Auflage der „Altertümer der Prager Josef Stadt", Prag 1870: „Die Eine (Handschrift) enthält zwar incorrecte, jedoch wertvolle von einem Literaten Markus Fischer gemachte Auszüge aus der im 17. Jahrhundert niedergeschriebenen „Rabbi Moses Ramschak'schen Chronik der Prager Judengemeinde." Die Mangelhaftigkeit der Handschrift machte es dem Verfasser nur möglich, einzelne Bestandteile nach genauer Prüfung und sorgfältiger Vergleichung mit sicheren historischen Daten zu verwerten. A. Ki. (Rabiner Dr. Alexander Kisch) in The jewsh Encyclopedia V S. 401 unter dem Stichworte Marcus Fischer: Er (Marcus Fischer) übersetzte die sogenannte „Wallerstein Chronik" aus dem Tschechischen ins Deutsche, eine Handschrift, die in Prag bis vor 50 Jahren bekannt war, seither aber verschwunden ist, sie enthält eine Geschichte der Juden in Prag zur Zeit der Hussiten. Die Übersetzung ist leider nicht erschienen; sie soll im Besitze des Historikers G. Wolf in Wien sein.