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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 353

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 353 (sequence 357)
Language
German
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IRI
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353 Die Judenkommission beauftragte die Landesjudenschaft mit der Untersuchung dieser Angelegenheit. Diese sandte ein Schreiben mit der Abschrift des Memorandums der Schulväter an die Ältesten und forderte beide Parteien auf, zum 30. X. nach Prag zu kommen. Es kam jedoch nicht dazu, da in der Konferenz des Gemeindevorstandes vom 29. X. der Primator einen Versöhnungsversuch unternahm, der ihm auch glückte. Dies wurde sogleich durcli einen Sonderboten der Landesjudenschaft mitgeteilt. Die Landesjudenschaft verständigte das Gubernium von der erfolgten Versöhnung beider Parteien und fügte hinzu, daß „das Neu-Kolliner Richteramt den Ältesten bedeuten soll, sich in Verrichtungen der Schulväter und in die von uralter Zeit hergebrachte Ordnung nicht einzumischen". Die Schulväter haben „eine beständige getreue, ehrliche und friedliche Gebahrung bezeugt, ohne jede Belohnung" (12. XI.). Das Gubernium hat in diesem Sinne an den Koliner Richter geschrieben mit dem Zusätze, „auch die Schulväter zu ermahnen, die gebührende Achtung den Ältesten entgegenzubringen". Der Schulväter-Streit war somit endgültig beigelegt. VII. Die Winkelzusammenkunft. In der Gemeinde herrschte eine große Unzufriedenheit mit dei ganzen Verwaltung der Ältesten. Die drückenden Steuern, der häufige Wechsel der Kassiere, die Leere der Kassen, die bekanntgewordene Kritik der Behörde an der Gemeindewirtschaft und die wiederholten Streitigkeiten häuften immer Zündstoff an, der bei dem kleinsten Anlaß zu explodieren drohte. Nun hatten am 30. I. 1768 einige hochbesteuerte Kontribuenten im Hause des David Isak eine Zusammenkunft, um über die schlechte Finanzwirtschaft zu beraten, da sie vom Ältesten David Goldschmidt selbst gehört hätten, „es wäre bei der Gemeinde ein Verstoß von 1300 fl. vorbeigegangen." An dieser Versammlung nahmen teil: Joseph Joachim (Saudek), Elias Patzowsky, Feiwel Pollatschek, Schwiegersohn des Gemeindeältesten Abraham Pollaczek, Simon und Mühlhauser, David Isak, Moses Isak, Samuel Koweinitz, Joseph Mendel, Joseph Kalhoty und Löbl Blattau. Kaum hatte der 1. Älteste David Goldschmidt im Hause aes Schulvaters David Goldes davon erfahren, verständigte er schon durch den Diener Bendet Jonas den Primator. Dieser, seit vier Wochen krank, war über die Verhältnisse in der Gemeinde nicht genau unterrichtet, ließ daher den ersten Ältesten zu sich erbitten. Nebst David Goldschmidt kamen noch Rafael Blattau, Abraham Jakob Pollaczek und Fischl Bunzel zum Primator.

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