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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 347

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 347 (sequence 351)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644301--0352-2644693
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347 waren 100 fl. jährlich gesichert. An Stelle der Vorsteher, die abgedankt hatten (Joachim Ephraim und Abraham Maternowsky) traten Simon Levi, Israel Guttman n,55) Saudek Markus S k u t s c h36) und Jesaja Benatek. Inzwischen war auf Anordnung der Judenkommission eine strenge Kontrolle aller Ausgaben durch das Kauf. Kreisamt erfolgt. Es verlangte über 56 Punkte „Mängel und Bedenken" binnen 4 Wochen Aufklärung. Sie bezog sich meistens auf ungenau angegebene Ausgaben, auf (oft kleinlich aufgefaßte) Überzahlungen, auf nachgelassene Beträge von Hinterbliebenen der Kontribuenten u. a. Aus diesem Schriftstück ist auch zu ersehen, daß die Gemeinde im Jahre 1765 für die „Anwerbung des Grundstückes" zum Friedhof 100 fl. abgezahlt hat. Uni die Finanzen der Gemeinde in Ordnung zu bringen, wurde auf Betreiben des Primators beschlossen, die Einkassierung der Kontribution verbunden mit dem Viktual-Perdon (Steuer auf Speisen und Getränke) an Berufskassiere zu verpachten, was auch allsbald öffentlich in der Synagoge verlautbart wurde. Es meldeten sich drei Bewerber.57) Der Inspektor Elias Patzowsky schildert in seinem Gesuche die großen Unkosten, die bei der Einkassierung der Kontribution durch „Agio, Botenlohn, Solario, Schreibmaterialien, Geldsäckel und Exekutionskosten" entstehen. Das Erträgnis aus dem Viktual-Perdons sei in der letzten Zeit sehr zurückgegangen; während man früher mit diesem Erträgnis das Gehalt des Rabbiners decken konnte, reiche es jetzt nicht mehr hin. Er beanspruche für die Einkassierung der Kontribution eine Pauschalsumme von 100 fl„ wogegen er für den Pacht des Viktual-Perdons 300 fl. jährlich biete, wobei er die Bedingung stelle, daß sich der Pacht auf 2—3 Jahre erstrecken müsse, und die über 10 fl. zahlenden Kontribuenten keine Kupfermünzen, sondern „Silber und Goldsorten" geben müßten. Israel Guttmann machte ein ähnliches Angebot, dagegen verlangte Feisch Kauders nur eine Entlohnung von 70 fl. für das Einkassieren, das der Gemeinde nach seiner Angabe bisher 150 fl. Unkosten verursacht habe, und bot 300 fl. für den Perdon-Pacht. Elias Patzowsky reichte ein zweites Gesuch an das Gubernium ein, in welchem er den Primator angriff, weil er angeblich das Gesuch des aus Prag (1765) eingewanderten und nach Kolin verheirateten Feisch Kau der s,58) der sein Verwandter sei, weiterbefördert, dagegen seines liegen gelassen habe, obwohl Kauders bei Erhalt des Inkolats sich verpflichtet habe, 15 Jahre hindurch bei der Gemeinde kein Amt und keinen Dienst anzunehmen. Der Primator der Landesjudenschaft Falk Lederer und der Deputierte des Prachiner Kreises Joachim Popper haben bei der Untersuchung in Kolin am 8. II. 1768, von der noch die Rede sein

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